Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Das sagt ein Experte über Kinder im Museum

Expertenmeinung

Professor Norbert Zmyj ist Entwicklungspsychologe an der Technischen Universität Dortmund. Für Familien, die Museen mit Kindern und Jugendlichen besuchen, hat er einige Hinweise parat.

Dortmund

15.06.2018
Das sagt ein Experte über Kinder im Museum

Professor Norbert Zmyj ist Entwicklungspsychologe an der Technischen Universität Dortmund und gibt Familien Tipps für einen Museumsbesuch. © Roland Baege

Über die Entwicklungsstufen von Kindern schreibt Zmyj:

„Kinder erleben im Museum Neues und reagieren darauf am ehesten mit Neugier, wenn sie sich geborgen und sicher fühlen. Je jünger die Kinder sind, desto eher bekommen sie diese Sicherheit durch die körperliche Anwesenheit von Vater oder Mutter.

Je älter und damit auch selbstsicherer sie sind, desto eigenständiger können sie auf Entdeckungsreise gehen. Fehlt diese Sicherheit, fürchten sich Kinder oder sind mit der Situation überfordert.

Jedes Kind hat von Geburt an eine eigene Persönlichkeit sowie individuelle Vorlieben und Abneigungen. Deswegen werden im Museum nicht alle Angebote auf ein gleich großes Interesse bei allen Kindern stoßen. Wenn man viele Kinder in unterschiedlichen Altersabschnitten beobachtet, gibt es allerdings einige Übereinstimmungen in ihren Interessen und Fähigkeiten.

Kinder im Alter von 18 Monaten

In der Mitte des zweiten Lebensjahres beginnen Kinder Fantasie zu entwickeln. Das heißt, sie können sich Dinge vorstellen, die sie aktuell nicht sehen oder hören. Dies hat eine Reihe Konsequenzen:

Sie werden kreativ, was im sogenannten „Als-ob-Spiel“ sichtbar wird. Beispielsweise „telefonieren“ Kinder, indem sie sich eine Banane ans Ohr halten.

Sie entwickeln ein Ich-Bewusstsein. Beispielsweise erkennen sie sich nun im Spiegel und haben Spaß daran, selbst etwas zu gestalten.

Sie beginnen zu verstehen, wie Sprache funktioniert. Das bedeutet, dass sie gerne zuhören und anfangen zu erzählen.

Sie entwickeln Empathie und können sich in die Gefühlslage einer anderen Person hineinversetzen. Beispielsweise macht es ihnen Spaß, einem Anderen zu helfen, wenn er ein Problem besitzt.

Kinder im Alter von vier Jahren

Mit vier Jahren beginnen Kinder zu verstehen, dass es nicht nur ihre Perspektive auf die Welt gibt. Auch dies verändert ihr Erleben und Verhalten.

Sie verstehen nun, dass sich Menschen – auch sie selbst – täuschen können. Unterschiedliche Sichtweisen auf ein und dieselbe Sache und optische Täuschungen werden nun spannend.

Sie fangen an über Gefühle und Gedanken nachzudenken. Geschichten über die Gefühlslage und Gedankenwelt anderer Personen werden nun interessant für Kinder.

Sie fangen an zu verstehen, dass es die Zeit gibt. Kinder werden geduldiger und können nun auch besser auf ein Ereignis in der Zukunft warten.

Kinder im Grundschulalter

Im Grundschulalter machen Kinder enorme Fortschritte im logischen Denken. Sie verstehen nun die Idee der Klassifizierung (z.B. Äpfel, Bananen und Birnen gehören zur Klasse des Obsts) und der Reihenbildung (z.B. Unterschiedlich lange Gegenstände der Länge nach sortieren).

Die Fortschritte erstrecken sich auch auf das räumliche Denken, beispielsweise auf das Lesen einer Schatzkarte.

Die motorischen Fähigkeiten machen ebenfalls große Fortschritte. Das betrifft sowohl die Feinmotorik, was sich beispielsweise beim Malen und Schreiben bemerkbar macht, aber auch die Grobmotorik, also ihre Körperkraft und Koordination.

Grundschulkinder entwickeln ein ausgeprägtes Verständnis vom Regelspiel (z.B. Fußball) und welche Rollen bei Regelspielen (z.B. Torwart) einzunehmen sind. Sie können also nun koordiniert mit anderen Kindern auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten.“

Lesen Sie jetzt

Dorstener Zeitung Museums-Check

Familiensonntag im Dortmunder U-Turm - Mehr Spaß, als in einen Tag passt

Jeden ersten Sonntag im Monat lädt der U-Turm zum Familiensonntag. Auf fast allen Etagen gibt es dann zusätzliche Angebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Zum Start unserer Serie „Der Museums-Check“