Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Das Bild im Bild entdecken

Wer Egon Hunekes Werke begreifen möchte, muss Zeit mitbringen: «Die Leute sollen in meinen Bildern auf Wanderschaft gehen, dann entdecken sie die Bilder im Bild», fordert der Künstler. Bis zum 29. 7. stellt der Dortmunder im Fletch Bizzel aus.

29.06.2007

Das Bild im Bild entdecken

<p>Ob Bleistift oder Öl: Das Charakteristikum Hunekes aktueller Werke sind die Bilder im Bild. Menne</p>

Im Café des Kulturzentrums sind seine Bleistiftzeichnungen, im Theater bunte Ölgemälde zu sehen. Geschaffen hat Huneke die Bilder zwischen 2003 und 2007. «Für mich eine sehr emotionale Zeit», so der Künstler. Das erkennt der Betrachter: Im Gegensatz zur früheren Schaffenszeit, als sich Huneke noch ausgiebig ruhigen pflanzlichen Studien und Landschaftsmalereien widmete, sind die neuen Werke deutlich experimenteller und provozierender - bunter, wilder und auf den ersten Blick chaotischer.

«Ich habe persönliche-, politische- und Umweltthemen verarbeitet - Dinge, die mich zurzeit sehr berühren», berichtet er. So symbolisiert das «Porträt» Hunekes persönliche Trennungsgeschichte und erinnert an Picassos versetzte Porträts. Die linke Hälfte trägt feminine Züge, die rechte ist ein Selbstbildnis: «Das steht für meinen persönlichen Rosenkrieg.»

Politisch wird es bei «Mao Te Zung». Das Motiv ist eine Abrechnung mit der eigenen Vergangenheit: In den 60ern war Huneke glühender Verehrer des Chinesen, doch «nachdem die Verbrechen Maos bekannt wurden, hat sich das geändert». Folgerichtig ist auf dem Bild ein Panther versteckt, der das Volk - dargestellt als Gesichtssilhouetten - verschlingt. In «Tsunami» wiederum stellt er die Naturkatastrophe in Asien mit gestrandeten Fischerbooten in einem wilden Farbenmix, der die Unruhe des Sturmes suggeriert, dar.

Bei aller Themenvielfalt und trotz stilistischer Zweiteilung, eines sei allen Werken gemein, so Huneke: «Die eigentlichen Bilder erkennt man erst bei näherer Betrachtung. Vieles erschließt sich auf den zweiten Blick.» wet

Die Bilder sind bis zum 29. 7. im Fletch Bizzel, Humboldtstraße 45, werktags von 15-18 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt