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CallOn wählt doch keinen Betriebsrat

Aus und vorbei! Das Vorhaben von Mitarbeitern der Firma CallOn (Team III), in letzter Sekunde noch einen Betriebsrat zu installieren, ist gescheitert. Die für heute geplante Betriebsratswahl findet nicht statt.

14.06.2007

«Diese Wahl wäre in jedem Fall anfechtbar, und deshalb ist es letztlich Blödsinn», erklärte der Anwalt des Wahlvorstands, Oliver Fricke, gestern unmittelbar im Anschluss an ein Verfahren vor dem Arbeitsgericht. Darin hatte der auf nur noch zwei Mitarbeiter zusammengeschrumpfte Wahlvorstand von der Firmenleitung die Herausgabe von Adressen der wahlberechtigten Kollegen verlangt. Ohne Erfolg.

Denn wie sich gestern vor Gericht herausstellte, wäre noch vor der ursprünglich für heute angesetzten Betriebsratswahl zwingend eine Nachwahl des Wahlvorstands erforderlich gewesen. Dessen Zusammensetzung war Anfang der Woche nämlich überraschend auf zwei Personen zusammengeschmolzen, weil eine Mitarbeiterin plötzlich von ihrem Amt zurückgetreten war. Da jedoch das Gesetz vorschreibt, dass ein Wahlvorstand mindestens aus drei Personen bestehen und für den Fall eines Rücktritts zunächst ein Ersatzmitglied gewählt werden muss, zog der Rest-Wahlvorstand seinen Eilantrag zurück.

«Eine solche Nachwahl wäre aufgrund von Fristen frühestens am 28. Juni möglich gewesen», sagte Wahlvorstand Claudius Walde (Foto). Dem überwiegenden Teil der Beschäftigten der Firma CallOn Team III sei jedoch bereits zum 30. Juni gekündigt worden. Diese kurze Zeit mache eine ordnungsgemäße Betriebsratswahl unmöglich.

Insbesondere die Umstände des kurzfristigen Rücktritts der Mitarbeiterin aus dem Wahlgremium machten Claudius Walde und seine Mitstreiter zornig. Man habe nämlich erfahren, dass die Frau zum 1. Juli in einer anderen Firma der Unternehmensgruppe eine deutlich besser bezahlte Stelle antrete. Da liege der Verdacht nahe, dass es sich offenbar um eine gezielte Aktion zur Verhinderung der Betriebsratswahl gehandelt habe.

CallOn war erst jüngst durch eine neuerliche Enthüllung von Günter Wallraff in die Schlagzeilen geraten, der dort verdeckt gearbeitet und berichtet hatte, bei CallOn würden Mitarbeiter mit Lügen die Kunden abzocken. wvb

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