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Bodengutachten gibt grünes Licht für Bebauung am Rhader Hof

Rhader Hof

Lange Zeit war es still um den umstrittenen Bebauungsplan „Lü 181 Rhader Hof“ in Bövinghausen. Nun gibt es neue Erkenntnisse – in Form eines Altlasten- und Bodengutachtens.

Bövinghausen

, 13.07.2018
Bodengutachten gibt grünes Licht für Bebauung am Rhader Hof

Die Anwohner möchten, dass es rund um den Rhader Hof am Rhader Weg grün bleibt und wehren sich gegen die geplante Bebauung von 50 Wohnungen. © Matthias vom Büchel

Die Geschichte des Bebauungsplans „Lue 181 – Rhader Hof“ reicht bis ins Jahr 2006 zurück. Fast genauso lange sind die Fronten rund um das mögliche Neubaugebiet am Rhader Weg in Bövinghausen verhärtet: Die Grünen und die Bürgerinitiative Rhader Hof wollen die Bebauung in unmittelbarer Nähe zum Naturschutzgebiet mit allen Mitteln verhindern, während die Stadt, Oberbürgermeister Ullrich Sierau und eine erkennbare politische Mehrheit in der Bezirksvertretung (BV) Lütgendortmund das Vorhaben vorantreiben wollen (wir berichteten). Mit großer Spannung und Ungeduld haben vor allem die Anwohner auf die Ergebnisse des Altlasten- und Bodengutachtens gewartet.

In der Juli-Sitzung der Bezirksvertretung Lütgendortmund am vergangenen Dienstag gab es dazu nun erste Antworten von Gerhard Kampert, Mitarbeiter im Planungs- und Bauordnungsamt. Die Ergebnisse des Gutachtens und die aktuelle Situation zum Bebauungsplan fassen wir hier zusammen.

Warum hat die Stadt ein Bodengutachten in Auftrag gegeben?

Weil sich auf dem Hof früher ein Mineralölbetrieb befand, musste zum einem festgestellt werden, ob sich Altlasten im Boden befinden. Zum anderen wurde aber auch untersucht, ob es sich um sogenannte Archivböden handelt, die besonders schützenswert sind. Gemeint ist damit ein „Archiv der Natur- und Kulturgeschichte“.

Zu welchem Ergebnis sind die Gutachter gekommen?

„Es handelt sich um eine sehr fruchtbare Ackerfläche, aber die Bodenart ist nicht so schützenswert, dass eine Bebauung ausgeschlossen werden muss“, so Kampert.

Und wie sieht es mit einer Kontaminierung des Bodens aufgrund der früheren Hof-Nutzung aus?

An zwei Stellen habe man Ölverunreinigungen festgestellt, so Kampert. Abhängig vom endgültigen Bebauungsplan müssten die Aufschüttungen mehr oder weniger intensiv saniert werden. „Der Sanierungsaufwand ist in jedem Fall zu bewältigen, sodass sich eine Bebauung lohnt.“

Wie tief und engmaschig wurde gebohrt?

Für das Altlastengutachten im Bereich der Hofstelle habe man eine Fläche von 10.000 Quadratmetern untersucht und dabei in Fünf-Meter-Schritten gearbeitet. Insgesamt seien 55 Proben entnommen und vielfach Bohrungen bis zum gewachsenen Boden erfolgt, so Kampert. Auf der Ackerfläche habe man auf 5,5 Hektar alle 40 Meter den Boden untersucht und etwa zwei Meter tief gebohrt.

Welche Bedeutung haben diese Ergebnisse nun für den Bebauungsplan? Laut Gerald Kampert bedeuten sie zunächst einmal nur, dass eine Bebauung nicht ausgeschlossen ist und das sogenannte Bauleitplanverfahren eingeleitet werden kann.

Was heißt das genau?

Dass weitere Gutachten nötig sind, etwa zu den Aspekten Lärmschutz, Umweltbericht und Regenwasserbewirtschaftung. Unter Beteiligung aller Träger öffentlicher Belange würde dann, so Kampert, ein Entwurf zum B-Plan erstellt und der BV vorgelegt. Diese müsse dann die Offenlage des Entwurfes beschließen. Zudem müsste auch noch eine Ausgleichsbilanzierung erfolgen.

Wie ist der weitere zeitliche Ablauf?

Für die Gutachten benötigt die Stadt noch das laufende Jahr. Gerald Kampert geht davon aus, dass im Laufe des nächsten Jahres der Entwurf zum Bebauungsplan vorgelegt werden kann.

Können interessierte Bürger die Gutachten einsehen?

Momentan ist dies noch nicht möglich, weil es ein laufendes Verfahren ist. Parallel zur Offenlegung des B-Plans könne man auch alle Gutachten einsehen, so Kampert.

Wie sagen die Anwohner zu den Ergebnissen des Gutachtens?

Nach dem Bericht von Gerald Kampert hatten sie kein Rederecht. Aber bereits während der vorgeschalteten Einwohnerfragestunde meldeten sich einige Anwohner zu Wort – unter anderem Inge Nieswand. Sie fasste noch einmal die Bedenken der Anwohner zusammen. Die Bebauung sei mit vielen Nachteilen verbunden und das „Gerede von Bürgernähe“ würde damit ad absurdum geführt. Zudem wies sie auf die Internationale Gartenausstellung 2027 und das Projekt „Wanderung Dellwig – Zollern und weiter“ hin. „Der Rhader Hof könnte dafür ein Highlight sein, als Rastplatz oder für sportliche Möglichkeiten.“

Wie hat die BV reagiert?

Sie will zum Zeitpunkt der Offenlegung einen Vertreter des Umweltamtes einladen – für eine Bewertung aller dann vorliegenden Gutachten.

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