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Wissbegierige Mädchen lernten alles über Elektrizität

Im Strommuseum

Zwölf Mädchen einer Dammer Jugendgruppe verbanden ihre Übernachtung im Jugendheim am Elsenberg mit einem Besuch des Turmmuseums in der Nachbarschaft.

SCHERMBECK

von Von Helmut Scheffler

, 11.08.2011
Wissbegierige Mädchen lernten alles über Elektrizität

<p>Turmvereinsvorsitzender Ernst-Hermann Göbel stellte einer Mädchengruppe des Dammer Jugendheims die Exponate des Strommuseums im ehemaligen Dammer Trafohaus vor. <p></p> RN-Foto Scheffler</p>

Nicht alle Mädchen und ihre Leiterin Annette Ulland konnten das ehemalige Trafohäuschen gleichzeitig betreten; immerhin ist es das kleinste Strommuseum der Welt, das vom Dammer Turmverein betreut wird. Turmvereinsvorsitzender Ernst-Hermann Göbel lud die 15- bis 16-jährigen Mädchen zu einem Streifzug durch die Geschichte der Elektrifizierung ein. Und dazu hat das Museum schon wenige Monate nach seiner Eröffnung auf einer Fläche von zwölf Quadratmetern eine ganze Menge zu bieten. Petroleumlampen erinnern an Zeiten, in denen Damm noch nicht ans Stromnetz angeschlossen war. In einer Ecke verwahrt der Verein Stegleitungen, Schalter und Unterputzsteckdosen auf, die längst vom Markt verschwunden sind.

Eine Gruppe der Exponate befasst sich mit elektrisch betriebenen Haushaltsgeräten, welche die Arbeit nach und nach wesentlich erleichterten. Das reicht vom Toaster und der Kaffeemühle über einen vorsintflutlichen Nassrasierer bis hin zum Fußwärmer und zur elektrischen Wärmflasche. Ein Lockenwickler aus den 1930er-Jahren kann ebenso bestaunt werden wie ein "Heilfunk-Koffer", der in den 1920er-Jahren eingesetzt wurde, um angeblich Krankheiten heilen zu können. Der Koffer wurde von Quacksalbern gegen Zahnschmerzen ebenso eingesetzt wie gegen Haarausfall und Impotenz. Die Haushaltsgeräte werden ergänzt um elektrisch betriebene Maschinen, die von Handwerkern und Hobbybastlern benutzt werden, um Musikgeräte und Elektrogeräte, die in Büros eingesetzt wurden. Reste der Anlage, die früher einmal Strom aus einer 25-kV-Leitung für die Voltleistung des Dammer Ortsnetzes umwandelte, sind im Museum ebenso vorhanden wie eine Netzschalttafel.

Besonders stolz ist Ernst-Hermann Göbel auf ein Dokument, das besagt, dass ein nicht mit ihm verwandter Heinrich Göbel der Erfinder der Glühbirne gewesen sein soll. Dieser im Jahre 1818 geborene Feinmechaniker Henry Goebel hatte die Behauptung aufgestellt, schon etwa 25 Jahre vor dem Patent des Amerikaners Thomas Alva Edison Glühlampen hergestellt zu haben. Der Nachweis konnte jedoch nie erbracht werden. Auch das Deutsche Museum in München weist Göbel nicht als Erfinder der Glühlampe aus. Das Göbel-Dokument im Dammer Strommuseum hat dennoch musealen Charakter, zeugt es doch von einem langen vergeblichen juristischen Streit Heinrich Göbels und seiner Nachfahren um die Patentrechte. Helmut Scheffler