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Widerstand gegen geplanten Stall formiert sich

Bürgerinitiative Gahlen

Gegen den geplanten Stall für fast 15 000 Bio-Legehennen an der Bruchstraße formiert sich in Gahlen der Widerstand. Als „Bürgerinitiative Gahlen“ wollen die Anwohner Wolfgang Grabosch, seine Schwester Gisela Grabosch, seine Lebensgefährtin Verena Henrich und Nachbarin Katja Heyng mit Gleichgesinnten das Vorhaben verhindern.

Gahlen

, 19.06.2017
Widerstand gegen geplanten Stall formiert sich

Als "Bürgerinitiative Gahlen" wollen sich Gisela Grabosch, Wolfgang Grabosch, Katja Heyng und Verena Henrich (v.l.) gegen den geplanten Stall für 14500 Bio-Legehennen wehren, der auf einem Feld im Hintergrund an der Bruchstraße entstehen soll.

„Für mich ist das eine Fabrik“, sagt Anwohnerin Katja Heyng und fügt hinzu: „Ich habe nichts gegen Bauern.“ Heyng ist 2009 ins Baugebiet „Zur dicken Linde“ gezogen, in unmittelbarer Nähe zum geplanten Stall-Standort. Sie und die Stall-Gegner fürchten Ammoniak-, Stickstoff-, Feinstaub- und Grobstaubbelastungen durch den Stall, dazu Bakterien und Pilze sowie Lärm und Auswirkungen auf das Wasserschutzgebiet. Wie berichtet liegt dem Kreis Wesel eine Bauvoranfrage für eine 90 Meter lange und 22 Meter breite Halle vor. Eine 60 000 Quadratmeter große Auslauffläche und ein Kotlager sollen hinzukommen. Anke Löhr von der Bauaufsicht sagte auf Anfrage unserer Zeitung, dass sie von einem positiven Bescheid in wenigen Wochen ausgehe.

Zwei Standorte

Dem Sprecher der BI Gahlen, Wolfgang Grabosch, der an der Kirchstraße rund 160 Meter vom geplanten Stall-Standort entfernt wohnt, liegen die Unterlagen des Kreises vor. Auch das Emissions-Gutachten. Aufgefallen ist den Stall-Gegnern bereits, dass die Bauzeichnung und das Gutachten nicht denselben Standort für den Stall aufweisen. Und dass viele Belastungen für die Anwohner exakt an den gesetzlichen Grenzwerten liegen. Für Graboschs Haus wird die Geruchsbelästigung vom Gutachter etwa mit 20 Prozent der Jahresstunden angegeben. „Jede fünfte Stunde stinkt’s“, fasst Gisela Grabosch dies zusammen. „Wir sind der Meinung, dass das Gutachten zu prüfen ist“, sagt Wolfgang Grabosch, der einen Gutachter eingeschaltet hat. Falls dessen vorläufige Einschätzung Erfolg verspreche, werde man ein Vollgutachten in Auftrag geben, auch wenn das 5000 Euro koste. Einen Gang vors Gericht schließt Grabosch nicht aus.

„Größtes Gebäude“

Vom Spielplatz (Niewerth) werde der Stall deutlich sichtbar sein, ebenso vom Dorf-Eingang. „Das wird das mit Abstand größte Gebäude in Gahlen“, verdeutlicht Grabosch die Dimensionen fürs Dorf. Was auch Bemühungen zur touristischen Aufwertung des Orts in den vergangenen Jahren konterkariere. Zu einem spontanen Treffen der Nachbarn erschienen in der vergangenen Woche bereits 23. Die Bürgerinitiative will aber noch stärker an die Öffentlichkeit gehen. Etwa über die Internetseite gahlen.net und Bürgerversammlungen. Grabosch: „Wir werden Klinken putzen.“ Außerdem sollen ab Mittwoch Unterschriftenlisten gegen den Stall im Ort ausgelegt werden. Die BI hat bereits den BUND kontaktiert, außerdem Dieter Chlebusch, der sich vor einigen Jahren erfolgreich gegen die Erweiterung eines Hähnchenmastbetriebs wehrte (wir berichteten). Grabosch: „Ich glaube, es ist eine Katastrophe für das ganze Dorf, wenn dieser Stall hier steht.“

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