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So funktioniert die Pommes-Bank in Dorsten

Imbiss-Bude tauscht Münzgeld und spendiert Pommes

Peter Finke ärgert sich über Gebühren für Kleingeld. Mit einer ungewöhnlichen Geschäftsidee will der Imbissbuden-Besitzer aus Dorsten den Banken ein Schnippchen schlagen.

Dorsten

, 19.05.2018
So funktioniert die Pommes-Bank in Dorsten

Jeden Sonntag tauscht Peter Finke das Kleingeld seiner Kunden gegen Scheine - und legt eine Pommes mit Majo obendrauf. (Foto: Stefan Diebäcker) © Foto: Stefan Diebäcker

Die Portion Pommes kostet bei Peter Finke 2,05 Euro, eine Bratwurst 2,35 Euro. Ziemlich „krumme“ Beträge, die die Kunden von Peter Finke selten passend haben. „Ich brauche eine Menge Kleingeld“, gibt der Imbiss-Chef aus Holsterhauen („Hähnchen Finke“) zu. Zweimal pro Woche holte sich der 57-Jährige bislang Kleingeld-Rollen bei Sparkasse oder Volksbank, doch damit soll jetzt Schluss sein. „Zu teuer“, sagt der 57-Jährige.

Münzgeld eintauschen und Pommes kassieren

25 Euro Gebühren, 50 Cent pro Münzrolle, zahlte Finke nach eigenen Angaben bislang – pro Monat. Jetzt hat er eine Geschäftsidee entwickelt: die Pommes-Bank. Sonntags zwischen 12.30 und 14.30 Uhr öffnet „Hähnchen Finke“ seit Anfang Mai seinen Bankschalter an der Borkener Straße. Wer Kleingeld im Wert von 20 Euro, gerollt in handelsübliche Münzhülsen, vorbeibringt, bekommt im Tausch den entsprechenden Geldschein und eine Pommes mit Majo obendrauf. Seine Hoffnung: mehr „kostenloses“ Kleingeld in der Kasse und Kunden im Laden. „Wir nehmen 5-, 10-, 20- und 50 Cent- sowie 1-Euro-Münzen an“, sagt Finke. Allerdings nicht am Pfingstsonntag. Dann ist der Imbiss wegen des Schützenfestes im Dorf Holsterhausen ausnahmsweise geschlossen.

Das sagen Vereinte Volksbank und Sparkasse Vest

Bei Facebook bekommt Peter Finke für seine Initiative viel Beifall. „Die Banken verdienen nichts mehr, dann wird der Selbstständige ausgelutscht“, heißt es dort beispielsweise. Vereinte Volksbank und Sparkasse Vest können „gut nachvollziehen, dass es auf den ersten Blick verwundert, dass für die Münzgeldversorgung eine Gebühr anfällt“. Volksbank-Vorstand Ingo Hinzmann und Sparkassen-Direktor Matthias Feller betonten auf Nachfrage aber, dass „unser Aufwand bei der Münzgeldverarbeitung durch externe Vorgaben drastisch gestiegen ist. Das können wir nicht mehr von der Gesamtheit unserer Kunden und Mitglieder tragen lassen.“

50 Tonnen Münzen hat die Volksbank im vergangenen Jahr laut Hinzmann verarbeitet, das waren fast 3,5 Millionen Euro. Deshalb stellt sie, wie auch die Sparkasse Vest, „unsere Leistung gezielt nach dem Verursacherprinzip in Rechnung, und zwar ohne einen Überschuss zu erwirtschaften“. Dieses „faire Angebot“ müsse jeder Mittelständler für sich bewerten. „Dass diese aktuelle Situation dazu führt, dass am Markt kreative Lösungen entstehen, ist für uns nachvollziehbar“, sagen Hinzmann und Feller. „Wir werden diese Entwicklung mit Interesse beobachten.“

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