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Geburtshilfe in Dorsten hofft auf Zuwachs

Gynäkologie wird in Dorsten zentralisiert

Das Dorstener Krankenhaus bekommt eine zentralisierte Geburtshilfe. In Haltern sitzt der Schmerz darüber tief. Aber für Dorsten sind das gute Nachrichten. Die KKRN-Geschäftsführung präsentierte erste Details.

Dorsten

, 02.05.2018
Geburtshilfe in Dorsten hofft auf Zuwachs

Die persönliche und familiäre Betreuung in der Dorstener Geburtshilfe wird sehr geschätzt. Dr. Stefan Wilhelms und sein Team stehen werdenden Eltern zur Seite. © Foto: Industriefoto G. Schmidt

Andreas Hauke, kaufmännischer Geschäftsführer der KKRN-Krankenhäuser in Dorsten und Haltern nennt sich selbst einen „emotionalen Typen“. „Das ist wie eine persönliche Niederlage“, sagte Hauke am Mittwoch im Pressegespräch.

Persönliche Niederlage

Als Niederlage empfindet er die Schließung der geburtshilflichen Abteilung am St.-Sixtus-Hospital in Haltern zum 30. Juni. „Aber ich bitte um Verständnis, dass wir gar nicht anders konnten“, sagte er auch. Ab 1. Juli wird das Dorstener St.-Elisabeth-Krankenhaus zur zentralen geburtshilflichen Abteilung für werdende Eltern in Dorsten und Haltern.

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Während Haltern unter der beabsichtigten Schließung der Abteilung leidet und die öffentlichen Reaktionen der Halterner von Empörung bis zur Trauer über den Verlust reichen, ist die Freude in Dorsten verhalten groß: „Wir werden das gesamte Personal aus Haltern in Dorsten übernehmen können“, so Hauke.

Personal wird übernommen

Das umfasst sechs Hebammen, sieben Kinderkrankenschwestern und fünf Vertreter des Ärztlichen Dienstes. „Damit können wir auch Lücken schließen, die in Dorsten bestehen“, sagte Andreas Hauke. Denn Personal für die Gynäkologie und Geburtshilfe sei rar gesät. Das war auch der Hauptgrund dafür, dass sich die KKRN-Leitung zu ihrem Schritt gezwungen sah, verdeutlichte Andreas Hauke. „Wir haben keine Nachfolger für ausscheidende Ärzte finden können.“ Zudem seien die Geburtenzahlen in Haltern mit 366 Kindern in 2017 nicht ausreichend gewesen. „Die sinkende Zahl der Geburten in Haltern macht den Standort für Ärzte unattraktiv.“

Kleine, aber feine Alternative

Bei einer Zentralisierung der Geburtshilfe in Dorsten hofft die KKRN-Leitung nun, dass diese auch wirtschaftlich betrieben werden kann. 550 Geburten habe es in Dorsten in 2017 gegeben. „Wie viele Halterner letztlich den Weg nach Dorsten wählen werden, wissen wir natürlich nicht. Aber unsere Abteilung in Dorsten wird ausgebaut, sodass wir werdenden Eltern eine kleine, aber feine Alternative bieten können“, kündigte Andreas Hauke an. Geplant sei, einen weiteren Kreißsaal neben den zwei bestehenden einzurichten. „Außerdem arbeiten wir mit den Kinderfachärzten des Marienhospitals in Bottrop eng zusammen“, sagte Hauke. Der Pädiater lebe in Kirchhellen und komme einmal täglich nach Dorsten.

Zusammenarbeit mit Marienhospital

„Bei kritischen Fällen können Kinder sofort nach Bottrop verlegt werden.“ Das sei aber glücklicherweise nur sehr selten der Fall. „Wir wollen in Dorsten mit unserer sehr familiären, aber fachlich fundierten Geburtshilfe bei den Eltern punkten.“ Kreißsaal-Hopping sei unter werdenden Eltern weit verbreitet, weiß die KKRN-Führung. „Eltern suchen sich gezielt nach sehr persönlichen Kriterien eine Geburtshilfe aus und nehmen dafür auch weitere Wege in Kauf.“ So hoffen die Dorstener, dass Halterner Eltern den Weg nach Dorsten suchen. Damit wären sie dann nicht allein. „Dorsten ist ja auch so schon ein Krankenhaus für die Region.“

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