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Therapie für Elfjährigen in Ungarn abgebrochen

Betreuer des Jungen ist erkrankt

Die viel diskutierte individual-pädagogische Maßnahme für einen elfjährigen Jungen in Ungarn ist abgebrochen worden. Der Grund ist tragisch.

Dorsten

, 12.05.2015

Der Betreuer des Jungen hat am Wochenende einen Zusammenbruch erlitten und wurde am Montag (11.5.) mit Verdacht auf einen Herzinfarkt in ein Krankenhaus eingeliefert. Jugenddezernent Lars Ehm nannte diese Entwicklung am Dienstag „sehr bedauerlich“. Die Bochumer Life Jugendhilfe GmbH hatte ihn darüber informiert, dass die Maßnahme „bis auf Weiteres abgebrochen werden muss“. Ob und wie sie fortgeführt wird, ist unklar.

Betreuung rund um die Uhr

Ehm bestätigte, dass Paul nach wie vor in der Obhut des Jugendamtes sei und rund um die Uhr betreut werde – inzwischen wieder in Deutschland. „Der Träger hat uns gesagt, dass der Betreuer den Zusammenbruch mit der Vielzahl von Medien-Anfragen erklärt habe“, sagte der Jugenddezernent am Dienstag (12.5.). Einen Beweis dafür gibt es derzeit nicht. Offenbar sind aber in der vergangenen Woche auch ungarische Journalisten auf den Fall aufmerksam geworden und haben den Hof ausfindig gemacht, auf dem Paul seit Anfang Oktober lebte. 

Sie wollen wissen, warum deutsche Kinder zur Betreuung nach Ungarn gebracht werden, aber auch, was Pauls Betreuer (64) verdient. Frank Beenen, Leiter des Allgemeinen Sozialen Dienstes in Dorsten, sieht nur „minimale Chancen“, dass die Maßnahme für Paul in Ungarn fortgesetzt werden kann. Es fehle eine Ersatzperson, die Familie des Betreuers könne das nicht leisten. „Wir planen deshalb zweigleisig. Wir suchen eine Heimunterkunft für den Jungen, aber auch eine neue Möglichkeit der 1:1-Betreuung. Beides ist schwierig zu finden.“ Auch das öffentliche Interesse nach dem Bericht des ARD-Magazins „Monitor“ könnte mögliche Träger abschrecken.

"War auf einem guten Weg"

Unmittelbar vor der Erkrankung hatte Jörg Ballhorn vom Allgemeinen Sozialen Dienst den Jungen und seinen Betreuer am vergangenen Freitag besucht. Sein Eindruck: „Der Junge ist auf einem guten Weg gewesen.“ Das Landesjugendamt in Münster sichtet derzeit sämtliche Akten im „Fall Paul“. Lars Ehm rechnet in der kommenden Woche mit einer abschließenden Erklärung, das Zwischenfazit der Behörde lautet nach seinen Worten: Der Stadt Dorsten ist kein Vorwurf zu machen.

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