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Streichquartett und Hund begeistern für Klassik

„Dackl trifft Haydn“

Für die Silvesterschüler spielte am Mittwoch ein Streichquartett aus Musikern des WDR-Sinfonieorchesters. Ein Hund sorgte dabei immer wieder für Gelächter.

Erle

, 07.03.2018
Streichquartett und Hund begeistern für Klassik

In Videoclips erklärte die Handpuppe „Dackl“ viele wissenswerte Details über den Komponisten Joseph Haydn. Hier im Gespräch mit den Paukenschlägeln „Bim“ und „Bum“, die Experten für die „Paukenschlagsinfonie“. © Foto: Berthold Fehmer

Habt ihr auch eine Gitarre dabei?“, fragt eine Schülerin die vier Musiker, als die noch ihre Instrumente stimmen. Die schütteln lächelnd den Kopf. „Ich spiele nämlich auch Gitarre“, so die Schülerin. Dass es auch noch andere Instrumente mit Saiten gibt, wird sie in den nächsten 45 Minuten lernen. „Dackl trifft Haydn“, so lautet das Motto an diesem Tag.

Streichquartett und Hund begeistern für Klassik

Stefan Blaumer gab am Mittwoch in der Silvesterschule das Kommando zum Klatschen, damit die Schüler ihren Einsatz bei Haydns „Paukenschlagsinfonie“ nicht verpassten. © Berthold Fehmer

Eine Kombination aus Video-Clips mit dem Mischlingshund „Dackl“ und Livemusik der versierten Orchester-Musiker. Mit dem Komponisten Joseph Haydn hatten sich die Schüler bereits in den vergangenen Wochen im Musikunterricht beschäftigt.

„Macht Sitz!“

„Macht Sitz und hört genau zu!“, lautet das erste Kommando von Dackl, der per Laptop und Beamer eingespielt wird. Die ersten Kinder fangen an zu lachen. Dackl kann einiges über Leben und Werk Haydns berichten, holt sich aber auch immer wieder „Experten“ dazu. Dass Haydn lange Zeit das Orchester und die Oper der ungarischen Familie Esterhazy leitete, will Dackl mit einem Interview mit dem Fürsten Esterhazy krönen. Doch der stellt sich mit seinen langen Schlappohren als „Osterhasi“ heraus, der nichts über Haydn weiß, dafür aber hoppeln kann. Eine herrlich absurde Szene. Bei der Musik „Gott! Erhalte Franz, den Kaiser“, die Melodie der deutschen Nationalhymne, taucht eine johlende Deutschlandfahne auf, die frisch aus einem Fußballstadion entwischt zu sein scheint. Und für die „Paukenschlagsinfonie“ diskutiert Dackl mit den Paukenschlägeln „Bim“ und „Bum“ ausgiebig, ob Haydn seine Zuhörer habe im Schlaf erschrecken oder einfach nur überraschen habe wollen.

Neben den klamaukigen Dackl-Szenen moderierte Stefan Blaumer (Bratsche) die ungewöhnliche Schulstunde. Er stellte die unterschiedlichen Instrumente eines Streichquartetts unterhaltsam vor. Den „Vater“, das Cello, gespielt von Bruno Klepper, die „Mutter“ (Bratsche) und die beiden „Kinder“, die „Geigenzwillinge“. Die erste Geige spielt Jerzy Szopinski und die zweite Jürgen Kachel. Wenn alle perfekt zusammenspielen, sagt Blaumer, klinge das wie „eine Geige mit 16 Saiten, die von vier Musikern gespielt wird“.

Hüpfen und Zittern

Mit viel Spaß sind die Musiker und Kinder bei der Sache. Blaumer erklärt die unterschiedlichen Spielweisen: „Streichen, hüpfen, zupfen und zittern.“ Dazu macht er passende Bewegungen vor und lässt anschließend eine Gruppe von Drittklässlern das Quartett mit diesen Bewegungen dirigieren.

Die Melodie der Nationalhymne könne man in anderen „Verkleidungen“ spielen. „Dass nennen wir Variationen“, sagt Blaumer. Wie eine flotte Zigeunerweise lassen die Musiker die bekannte Melodie anschließend erklingen. Es gehe darum, „das Publikum der Zukunft“ zu erreichen, sind sich die Musiker über das gemeinsame Ziel einig. Der Applaus zeigt, dass ihnen das in Erle gelungen ist.