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Stiftsquelle - 666 Flaschen werden pro Minute befüllt

Werksbesichtigung

Vor fast einem Jahr begannen an der Buerer Straße im interkommunalen Industriegebiet Dorsten/Marl die Bauarbeiten für die Hallen der Johann Spielmann GmbH. Seit April 2013 wird dort die Stiftsquelle produziert. Mitglieder des Wirtschaftsausschusses schauten sich die Produktionsstätte an.

Dorsten

von Von Benjamin Glöckner

, 06.09.2013

Es ist laut in der Produktionshalle der Johann Spielmann GmbH. Ständig stoßen Glasflaschen aneinander, die auf Fließbändern durch die große, helle Halle laufen. Auch die weißen Lärmschutz-Platten an der Decke können den ohrenbetäubenden Lärm kaum mindern: Die Füllanlage arbeitet und ein Roboter packt sich gerade 96 Flaschen mit Stiftsquelle-Orangenlimonade und stellt sie in acht Getränkekisten. „Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass die Etiketten der Flaschen in den Kisten immer nach vorne zeigen?“, fragt Geschäftsführer Michael Brodmann, „sicher nicht.“

Er hat Kopfhörer an die Mitglieder des Wirtschaftsausschusses verteilt. Denn sonst könnten sie ihn gar nicht verstehen, als sie am Donnerstag durch die Produktion gehen. Das wäre schade, denn was er erzählt, ist beeindruckend. Im Sekundentakt rauschen Flaschen vorbei. 25.000 Glas- und 15.000 Plastikflaschen können in der Stunde mit Wasser oder Limonade befüllt werden. Das sind zusammen 666 in der Minute. Jede Glasflasche kann dabei bis zu 50-mal wiederverwendet werden.

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Der Anteil an Glas in der Produktion ist 60 Prozent. „Und der ist in den vergangenen Jahren erst wieder angestiegen“, so Brodmann. In die sechs Tanks vor dem 6500 Quadratmeter großen Gebäude passen 420.000 Liter Wasser. Und das wird nicht etwa angeliefert. Das Wasser kommt direkt aus 100 Metern Tiefe, direkt aus Dorstener Boden. Ursprünglich war das Familienunternehmen in Essen angesiedelt. „Doch dort konnten wir uns nicht mehr weiterentwickeln“, sagt Brodmann. Also engagierte man einen Geologen. Der suchte nach Wasser und wurde in Dorsten fündig. Auch die Fläche für den Bau der Hallen im Industriegebiet war ideal. Also entschied man sich, Essen Richtung Dorsten zu verlassen. Hier arbeiten seit April 60 Mitarbeiter. Die meisten kommen aus Essen. Noch nicht richtig angekommen Doch Brodmann hofft, dass er demnächst noch mehr Dorstener beschäftigen kann. Bisher sind es zwei. Derzeit sucht er aber nur Auszubildende. Das Unternehmen bietet Ausbildungsplätze als Schlosser, Elektriker, Mechatroniker und Fachkraft für Lebensmitteltechnik an. Richtig angekommen sei man in der Lippestadt bisher noch nicht: „Wir müssen erst noch Dorstener werden“, sagt Brodmann. „Wenn uns Monteure nach einem Hotel in Dorsten fragen, müssen wir im Moment noch sagen, dass wir gar keins kennen.“ Doch das soll sich ändern.

Vielleicht gibt es dann auch ein Wasser mit Dorstener Namen? „Es ist vieles möglich“, so Brodmann. Möglich ist auch eine Erweiterung des Unternehmens. Das Betriebsgelände ist 40 000 Quadratmeter groß. „Und da wir hier länger bleiben wollen, haben wir damit die Möglichkeit, zu wachsen“, sagt Brodmann. Dass ihm eine versiegende Dorstener Quelle einen Strich durch die Zukunftsplanung macht, sei zwar theoretisch möglich, „doch da sprechen wir von Zeiträumen von hunderten von Jahren“, sagt Brodmann.

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