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Spenden-Polonaise führte ins Nichts

Kein Geld für "Benni und Co."

Geld wollten sie sammeln für schwerkranke Kinder und hatten sich eine ungewöhnliche Aktion überlegt: eine Spenden-Polonaise durch die Innenstadt. Sogar der Bürgermeister reihte sich Mitte September gerne ein, doch ein halbes Jahr später ist klar: Geld hat die Aktion „Benni und Co.“ nie bekommen.

DORSTEN

, 25.03.2015
Spenden-Polonaise führte  ins Nichts

Kräftig hatten Mandy van der Valk (19) und Katharina Schulte-Kellinghaus (27) die Werbetrommel für ihr Ansinnen gerührt, angeblich auch Firmen gewonnen, die für jeden Teilnehmer einen festen Betrag zahlen wollten. Tatsächlich machten mehrere Dutzend Dorstener am 13. September bei der Polonaise mit.

Es wurde in der Fußgängerzone über Muskeldystrophobie vom Typ Duchenne informiert, eine Form von Muskelschwund, von der vor allem Kinder betroffen sind. Und es wurde Geld gesammelt für die Aktion „Benni und Co.“ mit Sitz in Bochum. Deren Geschäftsführerin Silvia Hornkamp sagt nun: „Bei uns ist kein Geld aus Dorsten eingegangen. Hier wurde offenbar unser Name missbraucht, um Spenden zu sammeln und einzubehalten.“

Rechenschaft ablegen

Vergeblich hat Silvia Hornkamp nach eigenen Angaben versucht, Kontakt aufzunehmen zu Mandy van der Valk, „die wohl die Spendendosen verwaltet hat“. Da geht es der Geschäftsführerin auch ums Prinzip. „So etwas kommt ein- bis zweimal im Jahr vor. Wir müssen aber Rechenschaft abgelegen über die Summen, die uns zugesagt sind und die wir dann tatsächlich auch bekommen.“

Auf eine Anfrage der Dorstener Zeitung via Facebook hat die junge Organisatorin nach mehreren Tagen dann doch reagiert – und gab sich gestern überrascht: „Ich habe Geld überwiesen“, behauptet sie. „Und die Firmen, die beteiligt waren, wollten selber bezahlen, alle unterschiedliche Beträge.“

Summe von 103,27 Euro 

Welche Unternehmen das sind, ist der jungen Dorstenerin entfallen, „aber es waren nicht so viele wie erhofft“. Und wann genau sie das Spenden-Geld überwiesen hat, weiß sie auch nicht. Aber an die Summe kann sie sich erinnern: „103,27 Euro müssten das gewesen sein.“ Die Aktion „Benni und Co.“ hat daraufhin am Dienstag nochmals alle Kontobewegungen seit September überprüft – mit dem Ergebnis: „Wir haben aus Dorsten nichts bekommen.“

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Mandy van der Valk will das ganz schnell ändern: „Wenn kein Geld angekommen ist, werde ich meinen Fehler beheben. Ich werde dann zur Bank gehen.“ Für Silvia Hornkamp bleibt ein bitterer Beigeschmack: „Hier wurde Missbrauch mit unserem ernsten Anliegen betrieben und zum anderen wurden gutgläubige Menschen getäuscht. 

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