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So ist Dorsten vom Streik im Öffentlichen Dienst betroffen

Auswirkungen des Warnstreiks auf Dorsten

Die Gewerkschaft Ver.di hat für Dienstag (20. März) zu einem Streik im Öffentlichen Dienst aufgerufen. Wie ist Dorsten davon betroffen? Wie gehen die Schulen mit dem Busstreik um, kommt die Müllabfuhr, wie sieht es in den Sparkassen und mit Krankenhaus aus? Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema.

Dorsten

, 19.03.2018
So ist Dorsten vom Streik im Öffentlichen Dienst betroffen

Die Gewerkschaft Ver.di hat für Dienstag (20. März) Warnstreiks im Öffentlichen Dienst angekündigt. © picture alliance / Daniel Bockwo

Ab wann wird die Vestische bestreikt?

Die Nutzer der Busse von der Vestischen werden den Streik wohl am deutlichsten zu spüren bekommen: Alle Busse des Verkehrsunternehmens bleiben am Dienstag im Depot. Los geht es mit Betriebsbeginn – erst 24 Stunden später, also am Mittwoch ab 3 Uhr, fahren die Busse wieder planmäßig. Auch die Kunden-Center der Vestischen bleiben geschlossen.

Was hat das für Auswirkungen auf die Schulen in Dorsten?

Viele Schüler werden wegen des Busstreiks Probleme haben, zur Schule und danach wieder nach Hause zu kommen. „Aber die rechtliche Lage ist klar“, sagt Susanne Bender, Leiterin der Erich-Klausener-Realschule und verweist auf die Regel, dass es in solchen Fällen in der Verantwortung der Eltern liegt, dafür zu sorgen, dass die Kinder sicher zur Schule kommen. „Wir sind auf jeden Fall da“, sagt sie außerdem. Wie an allen anderen Schulen in Dorsten auch läuft der Unterricht (beziehungsweise die Projektwoche in Wulfen) ganz normal. „Ein Streik bei der Vestischen kann die Schule ja nicht lahmlegen“, sagt Elisabeth Schulte Huxel, Leiterin des Gymnasiums St. Ursula. Der Busstreik sei keine Entschuldigung fürs Fehlen. So wird das auch an der Realschule St. Ursula gehandhabt. „Wir machen das aber mit Augenmaß“, erklärt Leiter Lambert Suwelack. „Wenn Schüler zum Beispiel mit dem Bus aus Marl kommen, zweimal umsteigen müssen und die Eltern kein Auto haben – dann ist das natürlich entschuldigt.“

Wie sieht es bei den städtischen Kitas aus?

Wie berichtet, sind vier städtische Kitas vom Streik betroffen (Theodor-Huess-Straße, Wulfener Markt, Wischenstück, Joachimstraße). Außer in der Joachimstraße gibt es überall eine Notgruppe.

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Sind Wertstoffhof und Entsorgungsbetrieb betroffen?

Ja. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, ist der Wertstoffhof, An der Wienbecke 15, Dienstag den ganzen Tag geschlossen. Ob der Streik auch auf die Müllabfuhr Auswirkungen hat, ließ sich Montag noch nicht vollständig absehen. „Stellen Sie daher die Abfallbehälter für Restmüll und Bioabfall bzw. für Papier in den jeweiligen Bezirken auf jeden Fall zur Leerung bereit. Falls keine Leerung erfolgt, lassen Sie die Behälter am Straßenrand stehen. Sie werden in den nächsten Tagen nachgeleert“, teilt die Stadt mit. Die Abfuhr der gelben Tonnen und Säcke sowie des Sperrmülls sei nicht vom Warnstreik betroffen.

Bekommen auch Sparkassen-Kunden etwas mit von dem Streik?

Der Sparkasse Vest in Recklinghausen lagen Montagmittag noch keine Infos vor, dass Dienstag in den Dorstener Filialen gestreikt werden könnte. Allerdings ist für Dienstagachmittag eine interne Personalversammlung angesetzt. Die Filialen haben deshalb sowieso nur bis 12.30 Uhr geöffnet und bleiben nachmittags geschlossen.


Welche finanziellen Auswirkungen hat ein, wie auch immer gearteter Tarifabschluss, auf die Finanzlage der Stadt Dorsten?

Darauf weiß Hubert Große-Ruiken, Kämmerer der Stadt Dorsten, Antwort: „Wir haben im Haushalt 2018 eine Tariferhöhung von 2,5 Prozent ab dem 1. März 2018 eingeplant. Die gleichen Werte haben wir für die Jahre 2019 bis 2021 vorgesehen.“ Mehraufwendungen durch die Tarife entstehen allerdings nicht allein für die Personalkosten. Über die Transferaufwendungen, die die Träger der sozialen Einrichtungen erhalten und die im Wesentlichen Personalkosten enthalten, werden wir es mit weiteren beträchtlichen Preissteigerungen zu tun haben. Zudem werden natürlich auch die höheren Personalaufwendungen bei den Umlageverbänden (LWL, RVR, Kreis) über uns zu finanzieren sein. Per Saldo ergibt sich damit bei einer Steigerung der Tarife um nur einem Prozent eine millionenschwere höhere Belastung für den städtischen Haushalt.“ Sollte der Tarifabschluss über das kalkulierte Maß hinausgehen, muss das irgendwie kompensiert werden. Etwa durch Einsparungen an anderer Stelle oder aber Einnahmeerhöhungen, so der Kämmerer.