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Sind Fußgänger auf Parkplatz in Gefahr?

Diskussionen nach Unfalltod an der Händelstraße in Dorsten

FELDMARK. Der tödliche Unfall auf dem Parkplatz des Nahversorgungszentrums an der Händelstraße wird diskutiert. Autofahrern wird Rücksichtslosigkeit attestiert.

Dorsten

, 22.02.2018
Sind Fußgänger auf  Parkplatz in Gefahr?

Menschen haben Kerzen angezündet für die Verstorbene und am Unfallort aufgestellt. Bludau © Bludau

Von Claudia Engel

Frank Balster, Geschäftsführer von T5-Immobilien der Tempelmann-Gruppe in Dorsten, hat nach dem tödlichen Unfall auf dem Gelände des Nahversorgungszentrums an der Händelstraße in der Feldmark Gespräche mit Augenzeugen des Unglücks am 15. Februar (Donnerstag) geführt. Die Tempelmann-Gruppe ist Eigentümerin des Geländes und nimmt deshalb großen Anteil an dem tragischen Unglücksfall.

Am 15. Februar war eine 57-Jährige aus Schermbeck beim Überqueren des Zebrastreifens vor Rewe von dem Wagen eines 76-jährigen Dorsteners erfasst und überrollt worden.

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Frank Balster bedauert sehr, dass es zu einem so schlimmen Unfall mit tödlichen Folgen auf dem öffentlich zugänglichen Privatgelände seiner Firma gekommen sei. Gleichwohl sagt er: „Es mag sein, dass sich Menschen dort subjektiv gefährdet fühlen, aber die Verkehrsführung und die Verkehrsregelungen sind mehrere Jahre ausgiebig mit der Stadt und den Behörden abgestimmt, letztlich in einer städtebaulichen Vereinbarung festgehalten und umgesetzt worden.“

Seit dem tödlichen Unfall vertreten einige Dorstener im Netz und in einem Leserbrief an unsere Zeitung die Meinung, dass Fußgänger auf dem Gelände nicht sicher seien.

Nächster Unfall kommt bestimmt

„In Stoßzeiten herrschen hier chaotische Verhältnisse zwischen kreuzenden Autos, Fußgängern und Einkaufswagen. Der nächste Unfall ist vorprogrammiert“, meint Franz Bigalla. Eine Facebook-Userin schreibt in ihrem Post: „Ich erlebe dort zu oft, wie schnell über den Parkplatz gefahren wird und wie uninteressant scheinbar doch so ein Zebrastreifen sein kann.“ Monika Horstkamp betont in einer Mail an unsere Redaktion: „Zwei- bis dreimal täglich überquere ich den Parkplatz auf dem Zebrastreifen. Die wenigsten Autofahrer überlassen mir dabei den Vorrang ... Ob Mann oder Frau, Jung oder Alt, der Zebrastreifen wird von den meisten nicht als Fußgängerüberweg wahrgenommen.“ Polizeisprecher Michael Franz sagte auf unsere Anfrage, dass es sich nicht um eine öffentliche Fläche, sondern um ein Privatgelände handele. Der
Zebrastreifen auf diesem Gelände habe eine andere Bewandtnis als auf einer öffentlichen Straße. „Wie es mit Rechten und Pflichten der Verkehrsteilnehmer dort aussieht, muss an anderer Stelle geklärt werden“, sagte Franz. Zurzeit werde vom Unfallsachbearbeiter der Polizei ermittelt, bei wem die Unfallschuld liege. Einer abschließenden Beurteilung wolle die Polizei aber nicht zuvorkommen: „Das muss ein Gericht tun.“

Auf Ge- und Verbote achten

Frank Balster hat aus eigenen Beobachtungen im Straßenverkehr die Schlussfolgerung gezogen, dass „es in Deutschland ein grundsätzliches Problem ist, Autofahrer so zu sensibilisieren, dass sie auf Ge- und Verbote achten“. Er sagte aber auch: „Wir verschließen uns natürlich nicht Gedankengängen, dass wir auf dem Parkplatz an der Händelstraße vielleicht nachjustieren müssen, um die Sicherheit der Fußgänger zu erhöhen.“ Grundsätzlich, so Michael Franz von der Polizei, gebe es aber keine Häufung von Unfällen mit so fatalen Folgen wie in der Feldmark.

Der Gesetzgeber unterscheidet grundsätzlich nach privaten und öffentlichen Parkplätzen. Auf privaten Parkplätzen gilt die Straßenverkehrsordnung (STVO) nicht. Die auf den privaten Parkplätzen aufgestellten Schilder dienen der allgemeinen Orientierung, haben aber keine rechtliche Bedeutung. Autofahrer sollten auf privaten Parkplätzen nicht auf ihr Vorfahrtsrecht bestehen. Bei Unfällen kann die Versicherung die Schadensübernahme ablehnen.
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