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Schüler erweisen sich als brillante Schauspieler

Theateraufführung der Gesamtschule Schermbeck

Schermbecker Gesamtschüler des Q 2-Projektkurses Theater erwiesen sich an zwei Abenden als brillante Schauspieler. Tosender Applaus war ihr verdienter Lohn.

Schermbeck

, 04.03.2018
Schüler erweisen sich als brillante Schauspieler

Um die Ordnung in der psychiatrischen Anstalt vollends zu zerstören, plant Randle McMurphy (2.v.l.) einen Ausflug mit dem hauseigenen Bus zum Meer. © Foto: Helmut Scheffler

Neben dem Applaus am Ende einer dreistündigen Theateraufführung in der Aula der Gesamtschule war auch das Lob von Lehrerin Anna Zurhusen („Ihr seid über euch hinausgewachsen“) eine verdiente Belohnung für den Projektkurs Theater der Q 2.

„Einer flog über das Kuckucksnest“

16 Schauspieler trugen ebenso zur beeindruckenden Aufführung von Dale Wassermans Theaterstück „Einer flog über das Kuckucksnest“ bei wie das begleitende Organisationsteam, das sich um die Kostüme und Masken, um den Bühnenbau und die Requisiten, um Licht und Technik, um Werbung und das Catering in der Pause in der Mensa kümmerte und dabei von weiteren Mitgliedern der Jahrgangsstufe unterstützt wurde.

Film erhielt fünf Oscars

Eine unterhaltsame Kafka-Revue und eine moderne Inszenierung von Goethes „Faust“ waren die Alternativen, welche die beiden Lehrerinnen Safiye Aydin und Anna Zurhusen dem Projektkurs Theater bereits vor den Sommerferien zur Auswahl angeboten hatten. Der Kurs entschied sich für das Psycho-Drama „Einer flog über das Kuckucksnest“, das Ken Kesey als gleichnamigen Roman im Jahre 1962 erstmals vorstellte und das 13 Jahre später so brillant verfilmt wurde, dass der Film fünf Oscars erhielt.

Das spannungsgeladene Verhältnis zwischen der Sehnsucht von Menschen nach individueller Freiheit und dem Eingebundensein in kaum überwindbare bestehende Ordnungsstrukturen reizte die Abiturienten in spe. Mit den wöchentlichen Proben wurde nach den Sommerferien begonnen. In der Endphase verdichteten sich die Proben und am Tag vor der Premiere stand sogar noch eine 15-stündige Marathon-Probe an.

„Sehr aufgeregt“

„Wir waren alle sehr aufgeregt“, erklärte Tom Schwerthöffer am Freitagabend rückblickend das Gefühl der Gruppe. „Durch das Theaterspielen sind wir alle zusammengewachsen“, ergänzte Johanna Berning. Die gesamte Handlung spielte sich in einer psychiatrischen Station ab. In diesem „Kuckucksnest“ sorgt die unnahbare, machtbesessene und sadistische Oberschwester Ratched (Mara Waschilewski) mit unerbittlichem Regiment für Ordnung unter den Patienten.

Gedrillte Ordnung

In diese Welt einer gedrillten Ordnung kommt Unruhe, als eines Tages der rebellische Randle McMurphy (Tom Schwerthöffer, 1. Akt; Til Drescher, 2. Akt) eingeliefert wird. Eigentlich hätte Murphy, der unehrenhaft aus der Armee entlassen wurde, wegen Sex mit einer Minderjährigen, wegen Gewalttätigkeiten und wegen permanenten illegalen Wettspiels eine längere Gefängnisstrafe absitzen müssen.

Doch es gelingt ihm durch Simulation einer Krankheit, dem Arbeitsdienst im Gefängnis zu entgehen und stattdessen in die Psychiatrie überwiesen zu werden. Auf der Station lernt Murphy Patienten kennen, deren Alltag darin besteht, regelmäßig ein Quantum Tabletten abzuholen und einzunehmen oder durch Elektroschocks ruhig gestellt zu werden. McMurphy verweigert strikt die Anpassung an die starre Ordnung der Anstalt und beginnt mit der Organisation von Geldspielen und Wetten. Dabei erntet er die Sympathien einiger Klinik-Mitarbeiter, die aber allesamt letztendlich überzeugt sind, dass McMurphy die Stationsordnung nicht auflösen kann.

Protest auf die Spitze getrieben

McMurphy treibt seinen Protest auf die Spitze, als er den Bus der Anstalt in Beschlag nimmt, mit den Patienten ans Meer fährt und ihnen dort die Möglichkeit eröffnet, Boot zu fahren, während er selbst mit seiner alten Bekannten Candy Starr (Alena Stephan) Sex genießt ...

Es waren die Übertreibungen und die auf Lacheffekte zielenden Dialoge und Handlungen, die dem zum Weinen geeigneten Irrsinn der Bühnenhandlung die Schärfe nahm und das Publikum wiederholt zum Lachen ermunterte.