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Richter hat Erzieher jetzt Deal nahegelegt

Missbrauch in Dorstener Jugendwohngruppe

Jetzt wird es ernst: Im Prozess um einen angeblichen sexuellen Missbrauch in einer Dorstener Jugendwohngruppe haben die Richter am Essener Landgericht am Dienstag einen Deal ins Spiel gebracht. Voraussetzung wäre allerdings ein Geständnis.

Dorsten/Essen

06.03.2018
Richter hat Erzieher jetzt Deal nahegelegt

© Foto: dpa

Die Verhandlung hatte kaum begonnen, da wandte sich Richter Edgar Loch direkt an den angeklagten Erzieher. „Es ist allerhöchste Zeit über eine Verständigung zu sprechen“, sagte der Vorsitzende der 1. Strafkammer. „Das sage ich aus reiner Fairness.“ Die Initiative müsse aber vom Angeklagten ausgehen.

Erzieher bestreitet Vorwürfe

Seit der Prozess im vergangenen November begonnen hat, war noch nie über einen sogenannten „Deal“ gesprochen worden. Dazu gab es allerdings auch keine Veranlassung, weil der inzwischen 41-jährige Erzieher die Missbrauchsvorwürfe immer vehement bestritten hat. „Bei dieser Einlassung ist eine Verständigung natürlich schwierig“, sagte Verteidigerin Stefanie Kürpick im Prozess. Trotzdem wolle sie das Thema bis zum nächsten Verhandlungstag am kommenden Freitag noch einmal besprechen.

Deal unter einer Voraussetzung

Der Vorstoß der Essener Richter kurz vor Ende des Prozesses könnte ein Hinweis darauf sein, dass der Angeklagte möglicherweise mit einer Verurteilung rechnen muss – trotz aller Unschuldsbeteuerungen. Bei einer Verständigung, die in der Strafprozessordnung eindeutig geregelt ist, könnte der 41-Jährige das Ergebnis mitgestalten. Voraussetzung ist laut Gericht allerdings ein Geständnis.

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Dem Dorstener Erzieher wird vorgeworfen, sich an einem ehemaligen Bewohner einer Jugendwohngruppe vergangen zu haben. Von Seiten der Verteidigung war im Prozess allerdings immer wieder von Widersprüchen in den Aussagen des mutmaßlichen Opfers die Rede.

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