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Parken vor Grundschulen - wer hat eine „Bringschuld“?

Diskussion um Parkverbot in Dorsten

Vor Grundschulen herrscht absolutes Halteverbot. Trotzdem stoppen Eltern dort morgens oder warten nach dem Unterricht im Auto auf ihre Kinder. Wer eine „Bringschuld“ hat – darüber gehen die Meinungen auseinander.

Dorsten

, 01.04.2018
Parken vor Grundschulen - wer hat eine „Bringschuld“?

Vor Grundschulen, wie hier an der Agathaschule, ist das Parken eigentlich verboten. (Foto: Stefan Diebäcker)

Die Kinder der Antoniusschule in Holsterhausen haben vor den Osterferien gelernt, was einen guten Schulweg ausmacht. Jeden Morgen wurde besprochen, ob die Grundschüler sicher zum Unterricht gekommen sind. Dann gab es einen Pluspunkt. Wer mit dem Auto gebracht und direkt vor der Schule abgesetzt wurde, bekam keinen Punkt, weil womöglich andere Kinder gefährdet wurden. „Nicht jeder Meter muss mit dem Auto gefahren werden“, schrieb Schulleiterin Juliane Hilke in einem Elternbrief.

Mutter beklagt „Wettkampf zwischen den Eltern“

„Unfair“ findet Jennifer Schug diesen „Wettkampf“, der ja eigentlich zwischen den Eltern und „auf dem Rücken der Kinder“ ausgetragen werde. „Es wäre Aufgabe der Schule gewesen, sich rechtzeitig darüber Gedanken zu machen, wo es in der Umgebung der Schule Halte- und Parkmöglichkeiten für diejenigen Eltern gibt, die sich dafür entscheiden bzw. gezwungen sind, ihre Kinder weiterhin mit dem Auto zur Schule zu bringen“, sagt die Mutter.

Die Antoniusschule ist kein Einzelfall. Von „teilweise extremen, fast schon chaotischen Verkehrssituationen an manchen Dorstener Schulen“, spricht Jennifer Schug als Mitglied des SPD-Arbeitskreises „Schule“ und will das Thema nach den Osterferien im Schulausschuss diskutieren. Dorsten habe in vielen Stadtteilen Grundschulen aus Kostengründen geschlossen. Deshalb seien viele Eltern gezwungen, ihre Kinder mit dem Auto zur Schule zu fahren. „Die Stadtverwaltung hat es bislang versäumt, konkrete Vorschläge vorzulegen, um das Verkehrsaufkommen zu entzerren, optimale, auf die individuellen Situationen angepasste Verkehrsbedingungen zu schaffen und so für die Sicherheit unserer Schulkinder an ihren Schulen zu sorgen.“

Situation vor Schulen wird jetzt dokumentiert

Die von der SPD geforderte Erhebung ist allerdings schon geplant, bestätigte Schuldezernent Lars Ehm auf Anfrage: „Auf Anregung der Schulleitungen wird der Kommunale Ordnungsdienst nach den Ferien die Situation an den Grundschulen morgens bzw. mittags dokumentieren.“ Die Stadtverwaltung erhofft sich Erkenntnisse, vor welchen Grundschulen es besonders kritisch ist. „Dann wird im Einzelfall geprüft, ob beispielsweise Elternhaltestellen, Hol- und Bring-Zonen oder ähnliches sinnvoll sind.“

Und vielleicht macht ja überall noch mehr Schule, was in Holsterhausen laut Jennifer Schug ganz gut funktioniert: Fahrgemeinschaften

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