Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Minisaurier im Wohnzimmer

Schermbecker züchtet Reptilien

In Torsten Henkes Wohnzimmer leben in einem großen Terrarium zwölf Reptilien. Einige von ihnen waren schon im Kino zu sehen.

Schermbeck

, 23.02.2018
Minisaurier im Wohnzimmer

Torsten Henke mit einer Kragenechse vor seinem selbstgebauten Wohnzimmer-Terrarium © andreas hofmann//hofmann-foto@we

Begonnen hat Henkes Leidenschaft vor 20 Jahren mit einer verletzten Zauneidechse. Das Tier konnte nicht mehr ausgewildert werden, Henke pflegte es deshalb im Terrarium. Im Laufe der Jahre eignete sich Torsten Henke durch Bücher und Gespräche mit Fachleuten das erforderliche Wissen an, um selber in die Haltung der Exoten einzusteigen.

Heute leben zwei Smaragdwarane, sechs Kragenechsen und vier australische Wasseragame hinter den Scheiben seines fünf Meter langen Terrariums. Das hat er in vielen Stunden Eigenarbeit selbst gebaut. Ein kleiner „Jurassic Park“ im Wohnzimmer.

Henke und seine Frau waren von Anfang an begeistert von der Echsenhaltung. Der engagierte Tierfreund erzählt: „Meine Frau hat früher schon ein Chamäleon gehalten. Deshalb war es auch kein Problem, dass wir heute so viele Tiere halten“.

Beziehung aufgebaut

Auch wenn die Tiere den ganzen Tag im Terrarium verbringen, hat die Familie eine Beziehung zu ihnen aufgebaut. „Bei den Kragenechsen sind die Männchen viel größer als Weibchen“, weiß Henke zu berichten. Sein größtes Männchen misst 35 Zentimeter. Es liegt gelassen auf einem Ast und betrachtet die Umwelt. „Die Tiere hatten eine Ruhezeit und kommen jetzt langsam wieder in Paarungsstimmung“.

Der australische Wasseragam nickt in diesem Moment scheinbar zustimmend mit dem Kopf in Richtung seiner Weibchen und will sie damit in Paarungslaune bringen. Torsten Henke hat in jedem Terrarium immer nur ein Männchen, da mehrere männliche Tiere sich wegen der Weibchen angreifen würden.

Die Nachzucht der Mini-Drachen liegt Henke am Herzen. Bei den Waranen ist es bisher nicht zur Eiablage gekommen, doch bei den Kragenechsen ist ihm die Nachzucht gelungen. Problematisch ist, dass die Elterntiere die frisch geschlüpfte Brut auffressen könnten. Deshalb entnimmt Henke nach der Ablage die bis zu zehn Eier aus dem Terrarium. „ Die Idealtemperatur für die Brut beträgt 29 Grad. Dann schlüpfen die meisten Tiere“, sagt Henke. Aber auch die anderen Tiere benötigen eine angenehme Temperatur. Die liegt zwischen 30 bis 32 Grad unter den zwölf Stunden am Tag brennenden UV-Lampen. Das schlägt sich auch auf die monatliche Stromrechnung nieder. Zudem ist die Anschaffung der Tiere teuer. Der Echsen-Fan: „Ein Waran kostet 750 Euro und eine erwachsene Kragenechse 200 Euro.“

Jagdinstinkt

Die Tiere sind Nachzuchten, und die Warane musste Henke bei der unteren Landschaftsbehörde anmelden. Bei der Fütterung setzt er auf den natürlichen Jagdinstinkt der Tiere. „Ich füttere die Tiere nicht mit der Hand, die Echsen sollen sich ihre Beute erjagen“. Jeden Monat verschwindet so ein Kilo Insekten in den Mägen der Tiere, die bei guter Pflege bis zu 14 Jahre alt werden.

Henke erhält öfter mal Kaufanfragen, auch aus dem Ausland. Kein Wunder, denn seine Kragenechsen waren bereits kleine Filmstars. Im Kinofilm „00 Schneider, im Wendekreis der Eidechse“, hatten sie eine tierische Rolle.