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„KlimaREtter“ gibt grünes Licht für grüne Projekte

Klima Challenge Ruhr

Mit einem Klima-Aktionstag am Paul-Spiegel-Berufskolleg startete der Kreis Recklinghausen am Freitag in Dorsten die Klima Challenge Ruhr - eine grüne Mitmachaktion, die sich bezahlt macht.

Dorsten

, 12.10.2018
„KlimaREtter“ gibt grünes Licht für grüne Projekte

Wildtulpen- und Krokus-Zwiebeln steckten Auszubildende des Kreisgartenlehrbetriebes mit Unterstützung von Berufskolleg-Schülern in den vorbereiteten Schriftzug in die Erde. Im kommenden Frühjahr wird dann auf einer Gesamtlänge von zwölf Metern an der Gebäuderückseite des Berufskollegs der Schriftzug "KlimaREtter" in bunten Blumenfarben leuchten. © Anke Klapsing-Reich

Eigentlich schält Leonie lieber Zwiebeln, als sie in den Boden zu stecken. Doch für die Pflanzaktion an ihrer Schule macht die Schülerin des Paul-Spiegel-Berufskollegs gerne eine Ausnahme. Auch Mitschülerin Cecilia Rolski hockt auf dem Boden: „Ich kenn das schon, weil ich meiner Oma öfter beim Pflanzen helfe“, sagt sie und versenkt die nächsten Mini-Zwiebelchen professionell im Erdreich.

3400 Blumenzwiebeln gesteckt

Rund 3400 Blumenzwiebeln hatten die Organisatoren des Klima-Aktionstages mit nach Dorsten gebracht. Ruby Giant, Little Princess, Botanical Crocus, Persian Pearl - „alles Wildtulpen und -krokusse, die vorwiegend pink und gelb blühen“, sagt Gärtnerin Annette Hölken. Mit ihren Auszubildenden der Kreis-Lehrgärtnerin in Datteln-Horneburg und den Kollegschülern beackerte sie den zwölf Meter langen Streifen mit dem abgesteckten Schriftzug „KlimaREtter“. Läuft alles nach Plan, wird er im kommenden Frühjahr leuchtend bunt erblühen und für das Projekt Klima Challenge Ruhr werben.

Zweigeteilte Challenge

„Die Klimametropole Ruhr 2022 ist ein Format des Regionalverbandes Ruhr. Wir haben uns dann überlegt: Wie bringt man den Klimaschutz nach vorne, wie spornt man die Leute an, ihre Ideen zu grünen Projekten einzubringen? Und da sind wir darauf gekommen, eine zweigeteilte Challenge auszurufen, die über eine App funktioniert“, erklärt Jutta Emming vom Kreis Recklinghausen, Fachdienst Umwelt.

Alle, die eine grüne Projektidee für die Metropole Ruhr haben, können sich bis zum 16. Dezember bewerben. „Das kann ein Solardach auf einem Vereinsheim, ein Gemeinschaftsgarten am Arbeitsplatz, ein Fledermauskasten im Park, ein Lastenfahrrad fürs Quartier sein“, nennt Jutta Emming einige Beispiele.

Posten, was das Zeug hält!

Eine Jury entscheidet im Januar 2019, welche grünen Projekte dann im zweiten Teil des Projektes - beim Online-Game - dabei sind. Ab dem 9. März 2019 wird hierfür die Gaming-Plattform freigeschaltet. Denn das ist der Clou: Die Mittel für das vorgeschlagene Projekt erspielt man sich gemeinsam mit einer Community - der Familie, den Freunden, den Kollegen, etc. Und wie? Durch das Posten klimafreundlicher Maßnahmen im Bereich Mobilität, Energie, Konsum und Freestyle.

„Man kann beispielsweise sagen: Heute dusche ich mal kalt oder heute fahre ich mal mit dem Fahrrad zur Arbeit oder heute kaufe ich mir eine Energiesparlampe. Für jeden Post erhält man einen Punkt für sein Projekt“, erklärt Jutta Emming. Diese Punkte sind bares Geld wert, denn sie bestimmen die Förderhöhe für das jeweilige Projekt. Bis zu 50.000 Euro Gesamtförderung sind zu erspielen.

Mit Lumbricus auf Klimaexpedition

„Das Projekt richtet sich an die gesamte Zivilgesellschaft“, hoffen die Organisatoren auf große Resonanz. Der Werbeauftakt in Dorsten lief jedenfalls schon einmal gut an. Morgens hatte der Schauspieler Martin Brambach, Schirmherr der Aktion Öko-Profit, ein flammendes Plädoyer für den Klimaschutz gehalten. Informations- und Aktionsstände warteten von 9 bis 13 Uhr auf interessierte Bürger. „Wir freuen uns, dass wir auch die Verbraucherzentrale NRW, die Natur- und Umweltschutz-Akademie und Geoscopia als Partner für den Aktionstag gewinnen konnten“, sagt Jutta Emming.

Während Lumbricus, das rollende Klassenzimmer, zur Klimaexpedition und Gewässer-Begutachtung in die Gälkenheide rollte, machte Michael Geisler von Geoscopia Umweltbildung im Klassenraum A 11 den Klimawandel sichtbar. Mithilfe von alten und aktuellen Satellitenbildern führte der Umweltpädagoge den Jugendlichen drastisch vor Augen, wie sich in den letzten 30 Jahren Nordpol und Regenwald verändert haben. In die grünen Flächen des südamerikanischen Regenwaldes haben sich gut sichtbar riesige braune Wüstenlandschaften eingefressen, Folgen der Rodungen.

Nahrung, Fleischkonsum und Plastikmüll

Nahrung, Fleischkonsum und Plastikmüll waren weitere Themen, die Michael Geisler am Aktionstag mit den Jugendlichen diskutierte. „Für uns reicht das Klima vielleicht gerade noch, aber nicht mehr für kommende Generationen“, sagte er und verwies auf sinnvolle Ansätze, wie erneuerbare Energien und eine Umverteilung der Energieversorgung.

Die Schüler zeigten sich beeindruckt von dem Vortrag: „Wir fanden es sehr aufschlussreich und hoffen, dass es nicht schon zu spät ist“, sagten drei Schülerinnen am Ende des Vormittags. Vielleicht hat ihnen dieser Aktionstag ja einen Anstoß gegeben, über ein eigenes grünes Projekt nachzudenken, mit dem sie bei bei der Klima Challenge Ruhr um Punkte posten können.

Alle Infos zur Klima Challenge Ruhr gibt es auf der Website der Klima Challenge Ruhr; Bewerbungsende: 16. Dezember 2018. Wer mehr über das Gärtnern in der Stadt wissen möchte, kann sich in der Ausstellung „Urbanes Gärtnern“ informieren, die bis zum 16. November in der Sparkasse Vest, Julius-Ambrunn-Straße, gezeigt wird.
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