Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Kartoffelsalat und Koran in der Fatih Camii Gemeinde

DORSTEN Freitag, der 3. Oktober, Tag der Deutschen Einheit. In diesem Jahr war es zugleich der bundesweite "Tag der offenen Moschee" und das Ende des Ramadan, der islamischen Fastenzeit. Die Dorstener Fatih Camii Gemeinde feierte alle drei Ereignisse.

von Von Katia Backhaus

, 05.10.2008
Kartoffelsalat und Koran in der Fatih Camii Gemeinde

Mustafa Aksu (v.l.), Imam Yunus Tosun und Firdevs Etig organisieren das Leben und Feiern der Dorstener Fatih Camii Gemeinde.

Mustafa Aksu, erster Vorsitzender der Männergruppe der Gemeinde und Integrationsbeauftragter, freute sich zu dieser Gelegenheit besonders über Gäste, die nicht zur Gemeinde gehören. Integration fördern, Respekt füreinander gewinnen, Kulturen kennen lernen - all diese Begriffe werden oft und leicht gebraucht, aber nichtsdestotrotz sind sie manchmal schwierig umzusetzen. So wie der Koranunterricht, den Imam Yunus Tosun den Kindern erteilt, zum Verständnis der eigenen Religion dienen soll, wünscht sich Aksu einen direkteren Kontakt zu seinen Mitbürgern, zum Beispiel wenn es um Fragen zum Islam geht.

Multi-Kulti-Buffet

Das große Buffet, was die Helferinnen der Frauengruppe unter Leitung von Firdevs Etig vorbereitet haben, zeigte, wie Kulturen zusammenkommen: gefülltes Gebäck, Mini- Donuts und Kartoffelsalat, dazu Gläser mit schwarzem Tee. Aber nicht nur das Essen und die Gastfreundlichkeit begeisterten: "Es ist interessant zu sehen, was andere Kulturen machen", sagt Dorothea Hense. "Ich finde es sehr angenehm, dass es hier in Dorsten viele ausländische Mitbürger gibt." Mehr Leben brächte ein solches Kultur-Miteinander. Ihr Begleiter Günter Aleff sieht darin auch ein Spezifikum des Ruhrgebiets, der Bergbau habe schließlich den Anstoß zum Zuzug vieler ausländischer Arbeiter gegeben. Und vielleicht hat gerade das auch ein Stück weit die offene und direkte Mentalität geprägt, die den Menschen "im Pott" nachgesagt wird.

"Verständnisbrücke"

Eine gewisse Hürde zwischen den verschiedenen Kulturen lässt sich nicht wegdiskutieren, aber, wie Aksu es symbolisch beschreibt, mit einer "Verständnisbrücke" überwinden. Es geht ums Fragen stellen und Antworten austauschen, Feste feiern, Kontakte knüpfen. Und wer das tut, der nimmt auch für die eigene kulturelle Identität wieder etwas mit.

Imam Yunus Tosun wird im Dezember seinen vierjährigen "Auslandsaufenthalt" in Dorsten beenden und dann deutsche Eindrücke in seine türkische Heimat bringen. Er sagt, hier habe er die schönste Zeit seines Lebens verbracht.

Lesen Sie jetzt