Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Jagdhunde sollen von Steuer befreit werden

Antrag des Hegeringleiters

Keine Hundesteuer mehr für Jagdhunde: Mit dieser Bitte hat sich Hegeringleiter Karl-Josef Göderz an die Gemeinde Schermbeck gewandt. „Ohne Jagdhunde kommen wir der Wildschwein-Plage überhaupt nicht bei“.

Schermbeck

, 28.02.2018
Jagdhunde sollen von Steuer befreit werden

Eine Befreiung für Jagdhunde von der Hundesteuer fordert der Schermbecker Hegeringleiter Karl-Heinz Göderz. © picture alliance / Patrick Pleul

Seinen eigenen Jagdhund hat Göderz im vergangenen Jahr bei einer Jagd in Brandenburg verloren. Der Hund war in die Spree gestürzt und konnte sich nicht mehr retten. Göderz weiß von einem weiteren Jagdhund in Schermbeck, der bei der Jagd im vergangenen Jagdjahr (1. April bis zum 31. März) vom Auto überfahren wurde.

Trotz des Risikos seien Jagdhunde „unerlässlich bei der Wildschweinjagd“, so Göderz: „Das Schwarzwild findet in unserer Kulturlandschaft ganz fantastische Bedingungen vor.“ Enorm hoch seien die Schwarzwildbestände derzeit. In Mais- und Getreidefeldern seien sie viele Wochen und Monate im Jahr vor den Blicken der Jäger geschützt. „Wir kommen nicht dran.“ Der Deutsche Bauernverband und der Jagdverband (DJV) rufen deshalb Landwirte in diesem Jahr dazu auf, Bejagungsschneisen bei der Maisaussaat anzulegen.

Gefährliche Jagd

„Drückjagden“ seien erforderlich, bei denen Hunde und Treiber das Wild dem Jäger vor die Büchse treiben, sagt Göderz. Für die Hunde ist das kein ungefährliches Unterfangen. „Die Wildschweine sind angriffslustig“, sagt Göderz. Deshalb trügen die Hunde oft ein Schutzkorsett für mehrere hundert Euro. Auch Unterhalt und Ausbildung der Hunde verursachten Kosten. Göderz: „Bei manchen Jagden geht vorher ein Hut rum, der Obolus geht an die Hundehalter. Als Dankeschön und Entschädigung für ihre Arbeit.“ Ein gut ausgebildeter Jagdhund koste „schnell 1500 Euro“.

Durch das Vordringen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) wird unter anderem vom Bauernverband die intensive Bejagung der Wildschweine gefordert, um die Hausschweinbestände zu schützen. Der DJV weist darauf hin, dass dies eine Einschleppung des Virus nicht verhindere. Vielmehr müssten insbesondere Fernfahrer aus europäischen Risikogebieten kontrolliert werden.

Reduzierung sinnvoll

Dennoch sei eine Reduzierung der Wildschweinbestände notwendig, so der DJV. „Sollte das ASP-Virus den Sprung nach Deutschland schaffen, wäre dann zumindest die natürliche Ausbreitung reduziert. Diese beträgt etwa 20 Kilometer pro Jahr.“

„Ausgebildete Jagdhunde leisten einen enormen Beitrag zum Tierschutz und sicherlich auch dem Gemeinwohl“, ist Göderz überzeugt, und bittet um die Erlassung der Hundesteuer für geprüfte Jagdhunde von Jägern mit gültigem Jagdschein in Schermbeck. Möglichst keinen hohen bürokratischen Aufwand wünscht sich Göderz.

Beraten wird das Thema der Haupt- und Finanzausschuss in seiner Sitzung am 8. März. In einer Ursprungsfassung der Hundesteuersatzung, so Kämmerer Frank Hindricksen, hatte es einen Passus gegeben, wonach Jägern auf Antrag die Hälfte des Steuersatzes ermäßigt werden konnte. Im Zuge des Haushaltssicherungskonzeptes sei 2010 eine Satzungsänderung beschlossen worden, die unter anderem die Streichung dieser Steuerermäßigung beinhaltete. Göderz schätzt die Zahl der Jagdhunde, für die ein Erlass der Hundesteuer in Frage kommen könnte, auf etwa 100 bis 150. Hindricksen weist darauf hin, dass eine Ermäßigung oder ein Erlass der Hundesteuer für Jagdhunde gegenfinanziert werden müsste.