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"Holperstadt Dorsten": Autofahrer beklagen Flickschusterei

DORSTEN Als "desaströs" empfinden einige Autofahrer den Zustand mancher örtlicher Straßen. Doch gegen die Vorwürfe der "Flickschusterei" setzt sich die Stadt zur Wehr. Es fehlt schlicht das Geld.

von Von Klaus-Dieter Krause

, 07.10.2008

"Flüssiges Teer aufsprühen, Rollsplit in großen Mengen drüber streuen, ein weiteres Schild aufstellen und anschließend darauf warten, dass von den Autofahrern die ganze Melange festgefahren wird - die Effizienz solcher Maßnahmen muss stark angezweifelt werden." So oder ähnlich lauten die Vorwürfe genervter Autofahrer Pressesprecherin Lisa Bauckhorn nahm dazu Stellung.

Flickschusterei statt gründlicher Sanierung - ist an dem Vorwurf etwas dran? Wo liegen die Gründe dafür, dass viele Straßenschäden nur notdürftig behoben werden?

Bauckhorn : Der aktuelle Straßenzustand ist unterschiedlich. Tatsächlich hat Dorsten als Flächenstadt weitaus mehr eigene Straßenkilometer (ca. 800 km) zu pflegen, dennoch ist der Etat dafür kaum höher als in unseren Nachbarstädten. Dennoch versucht die Stadt Dorsten immer, ganzheitliche Lösungen zu finden und verschiedene Sanierungsmaßnahmen so zu vereinigen, dass regelmäßig auch die Fahrbahndecken mit erneuert werden können.

Stimmt es denn, dass die Stadt die Holperstrecken als Mittel zur Tempo-Reduzierung ansieht?

Bauckhorn : Die Stadt Dorsten nutzt keineswegs so genannte Holperstrecken aus. Weder, um aus verkehrserzieherischen Gründen das Tempo zu senken, noch, um an diesen Stellen einen Vorwand für Geschwindigkeitskontrollen zu haben. Klassische Holperstrecke mit Geschwindigkeitsbegrenzung ist z.B. die Halterner Straße, die von Straßen NRW gepflegt wird. Die Herabsetzung der Geschwindigkeit ergab sich aus dem Zustand. Hier kontrolliert die Polizei, eine Landesbehörde.

Gravierender ist der Vorwurf, dass Straßenschäden auch als Vorwand dienen sollen, um zu blitzen und abzukassieren. Was sagen Sie dazu?

Bauckhorn : Die Stadt Dorsten kontrolliert primär in solchen Bereichen, die als besonders unfallträchtig bekannt sind. Dazu zählt das im Umfeld von Schulhöfen, Kindergärten, Altenheimen etc. Dort sind ganze innerstädtische Bereiche als Tempo-30-Zonen ausgewiesen. Auch Kreis-, Land- und Bundesstraßen, die etwa vor und hinter Kreuzungen und Einmündungen auf z.B. 70 km/h heruntergesetzt sind, werden kontrolliert. Dabei werden regelmäßig Spitzengeschwindigkeiten gemessen, manchmal rund um die 200 km/h. Fast alle, die in diesen Bereichen "erwischt" werden, fahren weit über den zulässigen Geschwindigkeiten.

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