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Heftiger Beziehungsstreit endet mit Haftstrafe

Prozess am Dorstener Amtsgericht

Ein heftiger Beziehungsstreit endete jetzt mit einer Haftstrafe vor dem Dorstener Amtsgericht. Richterin Lisa Hinkers war teilweise entsetzt von dem, was sie da hörte.

Dorsten

, 22.03.2018
Heftiger Beziehungsstreit endet mit Haftstrafe

Ein Beziehungsstreit hatte jetzt eine Haftstrafe für den Angeklagten zur Folge. © Foto: Archiv

Dass Beziehungsstreitigkeiten derart ausarten, dass sie irgendwann das Strafgericht beschäftigen – diese Erfahrung hat Lisa Hinkers schon des Öfteren gemacht. „Aber so schlimm, wie es bei den beiden hier abgegangen ist, das erlebt man selten“, fasste die Vorsitzende des Dorstener Schöffengerichts am Mittwoch in der Urteilsbegründung ihre Eindrücke zusammen.

Küsse und Schläge

Sie küssten sich und sie schlugen sich – so sah dasalltägliche Leben des Pärchens aus. Hier der 41-jährige Angeklagte, ein nervöses Hemd, betroffen vom ADHS-Syndrom. Dort seine Partnerin, die sich selbst als „sehr impulsiven Menschen“ bezeichnetet. Gemeinsam lebten sie in einer Hervester Wohnung mit dem Kind der Frau – bis es ihr Ende März 2017 zu bunt wurde.

Versucht, in der Wohnung einzusperren

Denn der Angeklagte hatte sie nicht nur bei einem Streit am Oberarm verletzt. Sondern auch versucht, sie, ihre Mutter, die zu Besuch war, und das Kind in der Wohnung einzusperren. „Dabei hatte er zu unserem Glück nicht bedacht, dass meine Mutter auch einen Wohnungsschlüssel hat“, sagte die Frau im Zeugenstand aus, „deshalb konnten wir uns selbst befreien“.

Das Opfer informierte die Polizei, die Beamten sprachen zum Schutz vor häuslicher Gewalt gegenüber dem 41-Jährigen ein Rückkehrverbot in die Wohnung aus. Doch der Angeklagte kletterte abends über den Balkon, um sich 40 Euro aus der Wohnung zu holen. Und nicht nur das: Nachdem das Verbot nach einer Woche aufgehoben worden war, zerstörte er das Mobiliar, das seine Partnerin mit in die Beziehung brachte, sprühte die Wände mit Farbe ein und verursachte einen Schaden in Höhe von 5000 Euro.

Bekannten verprügelt

Zudem verprügelte er einen alten Bekannten der Frau, von dem er fälschlicherweise angenommen hatte, dass dieser ein Verhältnis mit ihr habe. Nicht nachgewiesen wurde ihm aber der Vorwurf, er habe absichtlich eine Kiste mit Kakteen auf seine Partnerin geworfen. „Die Verletzungen passen nicht“, urteilte das Schöffengericht, das eine Gesamtfreiheitsstrafe in Höhe von einem Jahr und sechs Monate Haft aussprach.

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