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Gute alte Zeit auf dem Pütt lebte wieder auf

17.06.2007

Dorsten Es rattert, zischt und pfeift - die alte Fördermaschine von Fürst Leopold lässt heute mal so richtig Dampf ab. Der Duft von Schmieröl liegt in der Luft. Warme Luft schlägt den Besuchern entgegen, die sich neugierig um den Dampf-Riesen scharen.

«Spannend» findet der achtjährige Jens das. Sein Opa erklärt ihm eine Tafel, an der sich ein Pfeil synchron mit dem Förderband bewegt. «Schau, die Striche stehen für die Sohlen, jetzt sind sie also unter Tage.» Herbert Tillman war selbst jahrelang als technischer Angestellter auf Fürst Leopold tätig. «Es ist ein trostloses Gefühl, wenn ich jetzt sehe wie hier alles so langsam verkommt.» Der Wulfener erinnert sich noch an Zeiten, als die 1915 gebaute Dampfmaschine von einem eigens dafür Angestellten täglich blitzeblank poliert wurde. «Irgendwann gibt es so was nicht mehr, das ist schon traurig», meint der Wulfener.

Dagegen kämpft der Verein für «Industrie-Bergbau- und Sozialgeschichte» und bietet deswegen auch am Bergfest, das in seiner Tradition natürlich eng mit dem Bergbau verbunden ist, Führungen an. Zu jeder vollen Stunde lotsen Vereinsmitglieder wie Manfred Wissing, die Fürst Leopold noch unter Tage gesehen haben, die Besucher über das Gelände.

Gerade bedient Phillip (14) die Maschine. Er sitzt in einem Stuhl und bedient mit den Füßen ein Pedal. «Tritt ruhig fester - bis es zischt», rät ihm Manfred Pyka, der Fördermaschinist. Auf seiner weißen Arbeitskluft fehlt nur noch schwarzer Ruß und schon würde man sie vor sich sehen: Die gute alte Zeit auf dem Pütt. Hier dampft also ein Stück Kulturgeschichte vor sich hin - und die Vereinsmitglieder haben Angst, dass bald alles verdampft.

«Wenn der Dampf abgestellt wird und wir die Maschine vorher nicht konserviert bekommen, dann ist es vorbei», weiß Wolfgang Trosch, Geschäftsführer des Vereins. Im Pförtnerhäuschen informiert er die Besucher über Bergwerksgeschichte und den gewünschten Erhalt der Industriedenkmäler. «Gestern konnten wir zehn Mitglieder dazu gewinnen», freut sich Wolfgang Trosch. AR

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