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Eine Ausstellung über den Erfinder der Nivea-Creme

Jüdisches Museum Westfalen

Leukoplast, Labello, Nivea-Creme – jeder kennt und nutzt diese Pflegeprodukte des täglichen Lebens. Aber wer weiß schon, dass der findige Oscar Troplowitz sie erschaffen hat? Über ihn informiert jetzt eine Ausstellung im Jüdischen Museum Westfalen.

DORSTEN

, 13.03.2014

Die Ausstellung, die ab Sonntag (16.3.) geöffnet ist, rückt den jüdischen Unternehmer als sozialen Unternehmer und Kunstmäzen ins Rampenlicht.

Die überdimensionierte runde Nivea-Creme-Dose in leuchtendem Blau weist den Weg in die Ausstellung, doch Kurator Thomas Ridder will keine falschen Hoffnungen wecken: „Es geht hier nicht um die Geschichte von Nivea oder der Firma Beiersdorf, sondern um das Leben von Oscar Troplowitz, das ihn als sozialen Unternehmer und Kunstmäzen vorstellt.“ Geboren wurde Oscar Troplowitz 1863 im schlesischen Gleiwitz als Sohn eines jüdischen Maurermeisters. „Er wäre wohl gerne Künstler geworden, doch sein Vater drängte ihn zu einer Apothekerlehre“, erzählt Thomas Ridder. Später holt er dann doch noch das Abitur und ein Pharmaziestudium nach und krönt seine Laufbahn mit einem Dr. phil. in den Fächern Chemie, Physik und Allgemeine Botanik.

1890 entdeckte der aufstrebende junge Mann die Anzeige von Paul Carl Beiersdorf, der seine kleine Fabrik und sein Lager chemisch-pharmazeutischer Materialien in Altona zum Kauf anbot. Oscar Troplowitz lieh sich Geld, kaufte den Betrieb. Als innovativer Entwickler und geschickter Vermarkter sollte er den Betrieb innerhalb weniger Jahre zu einem international operierenden und erfolgreichen Unternehmen mit mehr als fünfhundert Angestellten machen. Die Patentschrift für das „Verfahren zur Herstellung trockener Salben“ aus dem Jahre 1894 ist ebenso in der Ausstellung zu finden, wie historische Verpackungen von Labello-Stift, Zahnpasta und -pulver. Alte Email-Schilder werben für Haar-Milch und Sport-Heftpflaster Cito. 

Die Ausstellung wird am 16. März um 11 Uhr eröffnet und ist bis zum 17. August 2014 zu sehen. Sie ist eine Kooperation mit dem Jüdischen Museum Rendsburg und der Beiersdorf AG Hamburg.
Zur Einführung in die Ausstellung spricht Thomas Ridder, Kurator im Museum. Begrüßung: Museumsleiter Dr. Norbert Reichling.
Zur Eröffnungsfeier ist der Eintritt frei.

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