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Ein Leben für die Esso-Tankstelle

DORSTEN Seit 45 Jahren ist die Esso-Tankstelle sein ein und alles. Tag und Nacht ist Hans-Jürgen Kemper im Einsatz. Doch für den hageren Mann ist bald Schluss. Nicht ganz freiwillig. Denn Umstrukturierungen bei Esso bescherten ihm die Kündigung seines Beschäftigungsverhältnisses.

von Von Holger Steffe

, 03.10.2008
Ein Leben für die Esso-Tankstelle

Hans-Jürgen Kemper hängt nach 45 Jahren als Tankstellenpächter die Zapfpistole an den "Nagel".

Für den fast 70-Jährigen ein herber Einschnitt. „Urlaub habe ich nicht gelernt“, sagt er. Selbst Sohn und Tochter sind an der Tankstelle groß geworden. 1963 haben die Eheleute Hans-Jürgen und Ingrid Kemper die Esso-Station an der Gladbecker Straße gepachtet. Zwei Zapfsäulen gab es damals, Benzin und Super. In 30 Meter Entfernung stand die Diesel-Säule, die hauptsächlich von Lastwagen angesteuert wurde. Eine Autowäsche mit der Hand konnte man für sagenhafte zwei Deutsche Mark erwerben. „Das war noch Dienst am Kunden“, beschreibt Kemper die Lage vor mehr als 40 Jahren. Der Kunde wurde mit Diener begrüßt und mit Wünschen für eine gute Fahrt verabschiedet.

Die Fahrzeugscheiben wurden rundum mit Schwamm und Fensterleder gereinigt. Luft, Öl und Wasser wurden geprüft, als Extra wurde bei Bedarf der Aschenbecher geleert. Ein Dienst, der mit der Einführung Selbstbedienung 1974 langsam endete. Schon früh haben die Kempers außer dem Verkauf von Auto-Zubehör, Ersatzteilen und Pflegemitteln auch mit dem Verkauf von Lebensmitteln begonnen.

„Das begann mit einem Vertreter, der uns eine Kiste „Antjes Pfefferminz“ auf die Ladentheke stellte“, erinnert sich Hans-Jürgen Kemper gerne an die Kinderjahre des Supermarktverkaufes an der Tankstelle. Für alle Offerten bekam die Tankstelle Sondergenehmigungen. Ein Extra wurde für den Vertrieb von „Stern-Bier“ draufgesattelt. Getränke, Süßwaren und frische Brötchen waren so lange ein Renner, bis die Ladenöffnungszeiten beim Einzelhandel sich änderten.

„Bis Ende der 70er Jahre hatten wir von 7 bis 20 Uhr geöffnet, dann ab 1995 bis 22 Uhr, danach 24 Stunden durchgehend. Damit stieg natürlich auch die Zahl der Teilzeit-Mitarbeiter. Von damals vier bis heute fast 20“, beschreibt Kemper den Wandel. Zehn jungen Menschen wurde durch eine Tankwart-Ausbildung an seiner Wirkungsstätte der Start in eine Zukunft mit Perspektiven ermöglicht. Am 11. November verlassen Kempers „ihre Tankstelle“. Das zweite Zuhause der Familie Kemper. 

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