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Dorstener äußern sich kritisch zu Windor-Schotterbeet

Schotterbeet

Das Schotterbeet vor der städtischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft Windor hat Steine ins Rollen gebracht. Zahlreiche Dorstener finden Schotterbeete „bienenfeindlich“.

Dorsten

, 10.07.2018
Dorstener äußern sich kritisch zu Windor-Schotterbeet

Vor der städtischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft Windor an der Bismarckstraße frisch angelegt: ein Schotterbeet. © Claudia Engel

Der Dorstener Horst Kostrzewa weist in einem Schreiben an unsere Redaktion zu dem Windor-Schotterbeet an der Bismarckstraße darauf hin, dass seiner Ansicht nach das „Begrünen des Grundstückes gemäß Landesbauordnung §9, Absatz 1, zwingend vorgeschrieben ist. Demnach seien die nicht überbauten Flächen der bebauten Grundstücke „wasseraufnahmefähig zu belassen oder herzustellen, zu begrünen und zu bepflanzen.“ Horst Kostrzewa bittet in seiner Stellungnahme an uns darum, dass sich das Bauordnungsamt „dieser Ordnungswidrigkeit der Windor annehmen soll“.

Zunehmende Tendenz zur Versteinerung

Karl Werner Dickhöfer schreibt uns: „Mich ärgert es, wenn ich die zunehmende Tendenz zur Versteinerung von Vorgartenflächen beobachte, gekrönt dann noch oft von einem südamerikanischen „Affenschwanzbaum“! Skurril aussehen tut’s ja, aber der ökologische Wert ist gleich Null, von der Vorbildsfunktion einmal ganz abgesehen. Ich würde am liebsten die Wände hochgehen. Im Gartenmagazin „Blütenzauber“ des Lensing-Verlages ist ein krasses Gegenbeispiel abgebildet. Gerade die Vorgartenflächen werden zunehmend gepflastert oder zubetoniert, um zusätzliche Parkflächen zu schaffen.“

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Der Rhader Dirk Hartwich versucht in seiner Stellungnahme zu erklären, was Dorsten mit dem Weltklima zu tun hat und wagt eine Prognose: „2050. Die Weltgemeinschaft hat verstanden. Die 2015 in Paris verabredeten Maßnahmen zeigen die erhoffte Wirkung. Weltweit! Der schädliche Temperaturanstieg wurde nicht nur gestoppt, sondern messbar abgesenkt. Die Wetterkapriolen und Katastrophen sind zurückgegangen. Klimakunde ist seit Jahren ein Pflichtunterrichtsfach in allen Schulen und Kindergärten. In Dorsten gibt es ein leistungsfähiges Fahrradstraßen- und Nahverkehrssystem, das den individuellen motorisierten Verkehr deutlich zurückgedrängt hat. E-Bikes und Elektro-Pkw dominieren auf Radwegen und Straßen. Alle Neubauten tragen integrierte Photovoltaikdächer. Die Stadt strahlt in sattem Grün, die pflegeleichte „Pflasterung“ der Vorgärten, ein Trend der Jahre um 2015, hat sich überlebt. Die „Dorstener Klimawochen“, organisiert vom Klimaschutzmanager der Verwaltung und seinem leistungsfähigem Team, werden jährlich von tausenden Besuchern, überwiegend aus Deutschland und Europa, angesteuert, um zu lernen und „abzukupfern“. Dorsten hat es geschafft. Dorsten trägt den Titel „Klimastadt“ und profitiert auf allen Gebieten von diesem neuen Standortvorteil.“

Bürgermeister: Gesellschaften handeln eigenständig

„Städtische Gesellschaften handeln eigenständig. Allerdings empfehlen wir als Stadt, auf privaten Grünflächen oder in Vorgärten - wie hier - eben aufgrund des mangelnden ökologischen Wertes auf solche Beete zu verzichten. Aus diesem Grund werden wir auch hier mit allen städtischen Gesellschaften beraten, um den ökologischen Wert alle städtischen Flächen zu verbessern“, schreibt Bürgermeister Tobias Stockhoff in seiner Stellungnahme.

Mit gutem Beispiel vorangehen

Stephan Erbe entgegnet darauf: „Wer positiv verändern will, muss mit gutem Beispiel vorleben. Das sollte dann nicht nur für „echte“ öffentliche Grünflächen gelten, sondern auch für die „privaten“ Grünflächen städtischer Gesellschaften. Die Wortklaubereien bringen an dieser Stelle nichts, da offensichtlich der Wille fehlt. Chance leider vertan.“