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Deichmann warnt: Geldgier ist die Wurzel alles Bösen

DORSTEN Deichmann, ein Name, den die Menschen in erster Linie mit Sandalen, Gummistiefeln und jeder Menge anderem Schuhwerk verbinden. Doch welch ein Mensch hinter dem Schuhimperium steckt, mit welcher unternehmerischen Strategie er seine mittlerweile 2300 Verkaufsstellen leitet, erzählte Prof. Dr. Heinz-Horst Deichmann am Dienstagabend im Alten Rathaus.

von Von Katrin Wehrmann

, 08.10.2008
Deichmann warnt: Geldgier ist die Wurzel alles Bösen

Heinz Horst Deichmann hat seine Einstellung zu Kunden und Mitarbeitern auch in einem Buch niedergeschrieben.

Dabei prahlte er nicht mit seinen drei Milliarden Euro Umsatz im vergangenen Jahr oder berichtete von Einsparungen und Personalabbau. Nein, Deichmann ist ein Unternehmer der besonderen Art. "Ich lebe mit Jesus und der christliche Glaube hat mir immer schon bei meinen unternehmerischen Entscheidungen geholfen", erklärte der 82-Jährige. Vater war das große Vorbild Nach dem Studium der Theologie und der Medizin arbeitete Heinz-Horst Deichmann viele Jahre als Orthopäde. "Trotzdem hatte ich immer auch mit dem Geschäft zu tun und irgendwann entschied ich mich dazu, nur noch Unternehmer zu sein." 1956 übernahm er die Geschäftsführung und knüpfte da an, wo sein Vater und großes Vorbild, wie er sagt, aufhörte.

"Es ist nicht wichtig, auf die Konkurrenz zu schauen, sondern auf den Kunden und was er will", sagt der Seniorchef. "Und die wollten immer schon das beste Produkt zum besten Preis." Dass man in der harten Geschäftswelt auch ein Stück weit "brutal" handeln müsse, bestreitet Deichmann. "Brutalität führt nur zum Krieg." Das könne er mit seinem Glauben aber niemals vereinbaren. "122 Millionen Paar Schuhe und 20.500 Angestellte kontrolliert man nicht mit Brutalität.""Man muss den Mitarbeitern vertrauen"

Deichmann ist sich sicher, dass man die Mitarbeiter nicht als Mittel zum Zweck missbrauchen dürfe, sondern sie fair bezahlen und gut mit ihnen umgehen müsse. "Der Erfolg macht den Menschen glücklich und Erfolg hat man nur, wenn man seinen Mitarbeitern voll vertrauen kann und ihnen die Möglichkeiten gibt, sich weiter zu entwickeln." So kommt es, dass die meisten Führungskräfte aus dem Unternehmen selber stammen.

Unternehmensgewinne investiert Deichmann immer wieder auch in soziale Projekte, zum Beispiel in Indien. "Geldgier ist die Wurzel alles Bösen. Geld soll man nicht anhäufen, das muss man weitergeben."Auch der Sohn hat ein gutes Herz

1990 hat Heinz-Horst Deichmann die Geschäftsführung an seinen Sohn übergeben. "Er sagt, ich entscheide zu viel aus dem Bauch heraus, aber ich weiß auch, dass Gott mir bei jeder Entscheidung hilft", so der Senior. Sohn Heinrich setzte lieber auf ein BWL-Studium, um auch in den kommenden 50 Jahren ein kontinuierliches Wachstum zu erreichen. "Aber auch mein Sohn hat ein gutes Herz und einen starken Glauben."

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