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Aufmerksamkeit als Geschenk

20.06.2007

Dorsten Ins «Compassion»-Abenteuer haben sich auch Carola Steentjes und Mendy Stoll, beide 16 Jahre alt, gestürzt. Für zwei Wochen gehörten die beiden Mädels fest zum Team in der Villa Keller, einem Wohnheim für Menschen mit Behinderungen.

Für Carola und Mendy stand die Villa Keller auf der Praktikums-Wunschliste. Trotzdem: Am ersten Arbeitstag hatten die Freundinnen ein mulmiges Gefühl: «Wir beide hatten Angst, weil wir nicht wussten, wie man mit den Leuten umgehen muss», sagt Mendy. «Aber das lernt man mit der Zeit.»

Skepsis ist verflogen

Als die Schülerinnen zu ihrer ersten «Schicht» in der Villa Keller antraten, waren die Bewohner gerade auf der Arbeit.

Eine gute Gelegenheit für das Villa-Keller-Team, die Hospitantinnen bei einem kleinen Rundgang durchs Haus auf ihren neuen Wirkungsort einzustimmen. In der Villa Keller leben 24 Menschen mit Behinderungen, teilweise sind die Bewohner schwerst mehrfachbehindert. Trotzdem geht die Truppe jeden Morgen zur Arbeit in die Werkstatt nach Wulfen, schon um 6.45 Uhr geht's für die Bewohner los. In ihrer Frühschicht (7 bis 13.30 Uhr) hatten die Praktikantinnen Carola und Mendy also keinen Kontakt mit den Villa-Keller-Bewohnern. Dann standen für sie Dinge wie Wäsche verteilen oder Kochen auf dem Plan.

Ganz anders gestaltete sich für die beiden die Spätschicht (12.30 bis 20 Uhr). Hier haben sich die Mädels intensiv mit den Bewohnern beschäftigt, auch wenn ihnen das anfangs gar nicht so leicht viel.

Doch auf beiden Seiten war das Eis ganz schnell gebrochen: «Die Leute sind total nett. Sie umarmen einen ganz oft und gehen ehrlicher mit Gefühlen um», so Carola.

Auch Mendy konnte ihre anfängliche Skepsis schnell über Bord werfen: «Ich hätte vorher nicht gedacht, wie unterschiedlich die Leute sind. Man darf sie auf keinen Fall unterschätzen.»

Zeit ist knappes Gut

Christian Noack, Dipl. Sozialpädagoge in der Villa Keller, hat sich über den Einsatz der beiden Hospitantinnen sehr gefreut. Schließlich ist auch in «seiner» Einrichtung die Zeit häufig knapp. «Was mit der Pflege verloren geht, haben die beiden ein bisschen ausgeglichen.»

Auch Mendy und Carola ziehen ein positives Fazit: «Ich wollte wissen, was dahinter steckt, und das weiß ich jetzt ein bisschen», sagt Mendy. Ihre Freundin Carola wird deutlicher: «Hut ab vor den Leuten, die das hier machen. Ich traue mir das nicht so zu.» ah

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