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Am Montag (27.7.) kommen die ersten Flüchtlinge

Anwohner wurden informiert

Harmonisch und friedvoll verlief die Informationsveranstaltung zur Einrichtung der Flüchtlingsnotunterkunft im leer stehenden alten Petrinum-Gebäude an der Bochumer Straße, zu der die Stadt die Anwohner kurzfristig für den Sonntagmorgen (26.7.) in die St. Johanneskirche an der Marler Straße eingeladen hatte.

Dorsten

, 26.07.2015

Als Regierungsvizepräsidentin der zuständigen Bezirksregierung Münster hat Dorothee Feller schon einige Einrichtungen von Notunterkünften im Bezirk begleitet, doch „Dorsten ist die erste Kommune, in der ein Schützenverein mitgeholfen hat“, würdigt sie die spontane Schützenhilfe, die Angehörige der Schützenvereine Altstadt und der Feldmark am Samstag bei der Herrichtung der ehemaligen Schulräume zu Übergangsquartieren geleistet haben.

Großer Informationsbedarf

Gemeinsam mit Bürgermeister Tobias Stockhoff und Sozialamtsleiter Thomas Rentmeister versuchte sie, den Informationsbedarf der zahlreich erschienenen Anwohner zu befriedigen. Doch bevor das Mikrofon an die Bürger weitergereicht wurde, informierte Bürgermeister Stockhoff über die Faktenlage: Am Montag (27.7.) treffen die ersten 150 Flüchtlinge in Dorsten ein. Damit folge man den Anweisungen der Bezirksregierung, die aufgrund des wachsenden Flüchtlingsstromes auch die Kommunen für die Erstaufnahme in die Pflicht nimmt, jetzt auch Dorsten. Die Kosten würden komplett vom Land übernommen.

Kurzfristige Anweisung

Eine frühere Information der Bürger sei nicht möglich gewesen, da man selbst erst kurzfristig die Anweisung erhalten habe. „Mit den Flüchtlingsunterkünften, die wir selbst betreiben, haben wir bislang keine negativen Erfahrungen gemacht“, sind Stockhoff und Rentmeister optimistisch, auch die neue Herausforderung eines vorübergehenden Notquartiers meistern zu können. „Wie lange wird die Unterkunft denn bleiben?“, war die erstgestellte Frage. Eine konkrete Angabe dazu konnte der Bürgermeister nicht machen: „Das werden wir jetzt in Gesprächen mit der Bezirksregierung klären. Aber ich gehe von Wochen und Monaten und nicht von mehreren Jahren aus.“

Kein Interesse an einem langfristigen Betrieb

Dorothee Feller ergänzte, dass auch die Bezirksregierung kein Interesse an einem langfristigen Betrieb habe: „Wir arbeiten parallel mit Hochdruck daran, andere Unterbringungsmöglichkeiten im Land zu finden, die größer sind und langfristige Perspektiven bieten.“ Auch in puncto Betreuung konnte das Trio beruhigen: Hausmeister- und Sicherheitsdienst seien vor Ort. Ein Betreuungsverband sei rund um die Uhr für die Flüchtlinge im Einsatz. Ärztliche Versorgung sei ebenso gewährleistet wie das Catering durch die Caritas.

Über die Herkunftsländer der Flüchtlinge konnten konnten Stockhoff & Co. noch nichts sagen: „Die Zusammensetzung der 150 bis 200 Menschen wird sich wegen der hohen Fluktuation eh ständig ändern, denn die meisten werden ja nur zwischen fünf und 15 Tagen hier in Dorsten bleiben, bevor sie anderen Kommunen zugewiesen werden.“

Ein Dach über dem Kopf

Nicht alle Fragen konnten beantwortet werden. „Es ist jetzt keine Zeit für politische Diskussionen, sondern es geht vorrangig darum, Obdachlosen ein Dach über dem Kopf zu verschaffen“, plädiert Stockhoff dafür, die Fehler der Flüchtlingspolitik nicht auf dem Rücken der Flüchtlinge auszutragen. Tatkräftiges, koordiniertes Helfen ist das Gebot der Stunde.

Die Stadt freut sich über die große Hilfsbereitschaft. Doch Hilfe muss koordiniert werden. Deswegen möchten sich Interessierte bitte mit Kontaktdaten und den Möglichkeiten ihrer Hilfe im Bürgermeisterbüro melden: Tel. (02362/663010) oder per.