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Dobrindt: Islam soll kulturell nicht prägend werden

Berlin. Fortsetzung im Unionsstreit über den Islam: CSU-Landesgruppenchef Dobrindt sagt, der Islam sei für Deutschland „kulturell nicht prägend und er soll es auch nicht werden“. Damit überholt er sogar seinen polternden Parteichef Seehofer.

Dobrindt: Islam soll kulturell nicht prägend werden

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt im Bundestag. Kanzlerin Merkel hat sich bereits von früheren Aussagen Dobrindts und von Innenminister Seehofer (CSU), wonach der Islam nicht zu Deutschland gehöre, distanziert. Foto: Wolfgang Kumm

Der Islam soll nach Ansicht von CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt für Deutschland kulturell nicht prägend werden.

„Muslime, die sich in unsere Gesellschaft integrieren wollen, sind Teil unseres Landes, aber der Islam gehört nicht zu Deutschland“, sagte Dobrindt den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Er ist für unser Land kulturell nicht prägend und er soll es auch nicht werden.“ Islamforscher wie Bassam Tibi verweisen jedoch darauf, dass es den einen Islam nicht gebe, und betonen die Vielfalt dieser Religion, die in 57 Ländern praktiziert werde.

Dobrindt betonte, dem Islam fehle das, was für das Christentum die Aufklärung gewesen sei - mit all ihren positiven Rückwirkungen auf Glauben, Recht und gesellschaftlichen Zusammenhalt. „Kein islamisches Land auf der ganzen Welt hat eine vergleichbare demokratische Kultur entwickelt, wie wir dies in christlichen Ländern kennen.“ Dobrindt sagte weiter: „Unsere Vorstellungen von Toleranz und Nächstenliebe, von Freiheit, von Leistungs- und Chancengerechtigkeit finden sich so in der islamischen Welt nicht wieder.“

In der Union gibt es unterschiedliche Aufassungen über die Rolle des Islams und den Umgang mit Muslimen in Deutschland. So distanzierte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sich bereits von früheren Aussagen Dobrindts und von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), wonach der Islam nicht zu Deutschland gehöre.

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