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Dieter Tigges: "Völlig falscher Ansatz"

Geschlechtertrennung in Schulen

Mädchen und Jungen könnten in Zukunft wieder getrennt unterrichtet werden. So ein Vorschlag von Schulministerin Sylvia Löhrmann. Über den Vorschlag und Alternativen sprach RN-Redakteur Malte Woesmann mit dem Schulleiter der Gesamtschule Dieter Tigges.

NORDKIRCHEN

05.06.2012
Dieter Tigges: "Völlig falscher Ansatz"

Hans-Dieter Tigges, Schulleiter der Johann-Conrad-Schlaun-Gesamtschule.

Zunächst einmal hat er mich überrascht.

Nun, die Diskussion über getrennte Klassen ist schon alt und hat es in vielen Schulen gegeben. Doch die Mädchen haben in den vergangenen Jahren in Mathematik und den Naturwissenschaften große Entwicklungssprünge gemacht. Auch der Anteil der Mädchen an den höherwertigen Abschlüssen ist in den vergangenen Jahren gestiegen.

Es geht hier um die individuelle Förderung jedes einzelnen Schülers, da kommt es nicht auf das Geschlecht an. Trotzdem sind Ideen immer positiv. Jedoch haben wir bei dem Schwerpunkt Mädchenförderung in den vergangenen Jahren gute Ergebnisse erzielt. Das heißt aber nicht, dass man nicht in einzelnen Bereichen getrennt unterrichten kann.

Zunächst einmal sollte eine Trennung nicht von langer Dauer sein. Es gibt auch keinen Anlass, jetzt ein Trennung zu forcieren. Selbst im Sexualkundeunterricht trennen wir eigentlich nich nach Geschlechtern. Einzelne Bereiche werden hier aber schon einmal speziell für Jungen und Mädchen besprochen. Das ist dann aber nur für eine Schulstunde. In Arbeitsgruppen bilden sich ja auch oft ohne Lehrerzutun reine Jungen- und Mädchengruppen. Dies ist dann aber auf ein Projekt oder eine Schulstunde begrenzt. Wir sind ja auch eine Schule der Vielfalt, eine Schule, die viele zusammenführt. Da wäre ein grundsätzlich getrennter Unterricht der völlig falsche Ansatz.

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