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Die Vorstandschefs der Deutschen Bank

Der Chef des Privat- und Firmenkundengeschäfts, Christian Sewing, wird neuer starker Mann bei der Deutschen Bank. Die bisherigen Vorstandssprecher und -vorsitzenden seit dem Neustart 1957 im Überblick:

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Berlin

, 08.04.2018
Die Vorstandschefs der Deutschen Bank

Josef Ackermann, damaliger Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, aufgenommen bei seiner letzten Bilanz-Pressekonferenz im Februar 2012. Foto: Emily Wabitsch

Hermann Josef Abs (1957-1967): Der gelernte Banker handelt in den 1950er Jahren das Londoner Abkommen über deutsche Auslandsschulden aus. Ministerangebote von Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) schlägt er aus. Als Aufsichtsratsvorsitzender von zeitweise bis zu 30 Aktiengesellschaften erlangt Abs später enormen wirtschaftlichen Einfluss in der Bundesrepublik.

Franz Heinrich Ulrich (1967-1976) und Karl Klasen (1967-1969): Die erste Doppelsitze besteht, bis Klasen 1970 Präsident der Bundesbank wird. Ulrich setzt sich gegen den „Ausverkauf“ der deutschen Wirtschaft ins Ausland ein. Die Deutsche Bank übernimmt etwa 29 Prozent des Grundkapitals der Daimler-Benz AG von der Familie Flick.

Friedrich Wilhelm Christians (1976-1988) und Wilfried Guth (1976-1985): Christians gilt als „Außenpolitiker“ und Vorreiter der Annäherung an die Sowjetunion. Die Deutsche Bank finanziert 1970 das bis dahin größte Ost-West-Handelsgeschäft: Mannesmann-Röhren für Gasleitungen gegen sowjetisches Erdgas. 1985 erzielt die Bank eine Milliarde Mark Gewinn durch Zerlegung und Verkauf der Flick-Gruppe.

Alfred Herrhausen (1985-1989): Der Politikwissenschaftler will die Deutsche Bank zu einem Institut mit Weltstatus umbauen. Er fädelt große Übernahmen anderer Geldhäuser ein. Das „Allfinanz“-Konzept (Finanzprodukte aus einer Hand) wird zum Vorbild für andere deutsche Banken. Herrhausen kommt 1989 durch ein Attentat der RAF ums Leben.

Hilmar Kopper (1989-1997): Kopper baut das Investmentbanking aus und richtet die Bank zunehmend international aus. Eine der größten Pannen ist der Crash des Immobilien-Imperiums von Jürgen Schneider. Aus Koppers Bemerkung, offene Rechnungen in Höhe von 50 Millionen Mark seien „Peanuts“, wird das Unwort des Jahres 1994.

Rolf-Ernst Breuer (1997-2002): Als „Mister Finanzplatz“ baut er Frankfurt zu einem internationalen Finanzstandort aus. Ein Rückschlag ist 2000 die gescheiterte Fusion mit der Dresdner Bank. Später äußert sich Breuer kritisch zur Kreditwürdigkeit Leo Kirchs. Der Medienkonzern bricht zusammen, der Unternehmer verklagt Breuer und die Deutsche Bank. Eine juristische Dauerfehde beginnt.

Josef Ackermann (2002-2012): Der Schweizer polarisiert wie kaum ein anderer Bankmanager. Im Mannesmann-Prozess zeigt er 2004 im Gerichtssaal das Victory-Zeichen, 2005 streicht er Tausende Stellen und verkündet zugleich ein Renditeziel von 25 Prozent. Die Deutsche Bank wird unter Ackermann eine weltweit führende Investmentbank, er steuert sie ohne Staatshilfen durch die Finanzkrise.

Anshu Jain und Jürgen Fitschen (2012-2015/16): Jain verdiente jahrelang als oberster Investmentbanker Milliarden für die Deutsche Bank. Viele Probleme des Hauses haben ihre Wurzeln in der von ihm geführten Sparte. Fitschen blieb noch bis zum Ablauf der Hauptversammlung Mitte Mai 2016 im Amt.

John Cryan (2015-2018): Der als Sanierer geschätzte ehemalige UBS-Finanzchef beendete teurere juristische Altfälle, stärkte das Institut mit einer milliardenschweren Kapitalerhöhung und brachte die Fondstochter DWS an die Börse. Allerdings gelang es ihm nicht, die Erosion der Erträge aufzuhalten. Drei Jahre hintereinander schrieb die Deutsche Bank rote Zahlen - auch wegen der Beilegung teurer Rechtsstreitigkeiten.

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