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Helge Schneider im Bochumer Ruhrcongress

Die Kunst das Publikum ohne Worte zum Lachen zu bringen

Bochum Helge Schneider sitzt am Flügel und spielt Jazz. Auf einmal mischt er ein bekanntes Motiv in den Fluss der Töne: „Alle meine Entchen“. Der Mann hat noch kein Wort gesagt und sein Publikum lacht sich schon kaputt. Das ist die große Kunst des 62-Jährigen und schnell ist klar: Das wird ein großer Abend.

Die Kunst das Publikum ohne Worte zum Lachen zu bringen

Helge Schneider mit seiner Show „Ene Mene Mopel“ in Bochum. Foto: PHOTOZEPPELIN.COM

Wie überall im Ruhrgebiet ist ein Auftritt im Bochumer Ruhrcongress für Helge Schneider ein Heimspiel. „Ich hab hier vor 30 Jahren schon gespielt, im Café Sack“, erzählt er - und meint das Café Sachs in der Kneipenmeile Bermuda-Dreieck. Damals könnten auch schon die beiden Bandmitglieder von heute Abend dabei gewesen sein: Mit Schlagzeuger Peter Thoms und Bassist Rudi Olbrich spielt er mit Unterbrechungen seit 45 Jahren zusammen. „Wir haben auf Beerdigungen zusammen gespielt und Hochzeiten“, erinnert sich der musikalische Komiker, „bei Kündigungen, Niederkünften und Rabattmarken-Sonderwochenenden.“

Helge Schneider zu Gast in Bochum

Helge Schneider mit seiner Show "Ene Mene Mopel" in Bochum.
Helge Schneider mit seiner Show "Ene Mene Mopel" in Bochum.
Helge Schneider mit seiner Show "Ene Mene Mopel" in Bochum.
Helge Schneider mit seiner Show "Ene Mene Mopel" in Bochum.
Helge Schneider mit seiner Show "Ene Mene Mopel" in Bochum.
Helge Schneider mit seiner Show "Ene Mene Mopel" in Bochum.
Helge Schneider mit seiner Show "Ene Mene Mopel" in Bochum.
Helge Schneider mit seiner Show "Ene Mene Mopel" in Bochum.
Helge Schneider mit seiner Show "Ene Mene Mopel" in Bochum.
Helge Schneider mit seiner Show "Ene Mene Mopel" in Bochum.
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Helge Schneider mit seiner Show "Ene Mene Mopel" in Bochum.
Helge Schneider mit seiner Show "Ene Mene Mopel" in Bochum.
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Helge Schneider mit seiner Show "Ene Mene Mopel" in Bochum.
Helge Schneider mit seiner Show "Ene Mene Mopel" in Bochum.
Helge Schneider mit seiner Show "Ene Mene Mopel" in Bochum.
Helge Schneider mit seiner Show "Ene Mene Mopel" in Bochum.

Seine Rhythmussektion, die er vor 20 Jahren schon genüsslich wegen ihres Alters diskriminiert hat, ist eine dermaßen sichere Bank, dass das Zuhören die reine Freude wird. Beim Lied „Wurstfachverkäuferin“ etwa treibt Helge Schneider das Spiel auf die Spitze, die Textteile ins absolut Absurde zu treiben und sich dafür alle Zeit der Welt zu nehmen. Wenn er dann die Finger wieder auf die Tasten seines Flügels fallen lässt, setzen binnen Millisekunden auch Schlagzeug und Bass ein - das ist blinde Kommunikation.

„Ene Mene Mopel“

Helges aktuelle Tour heißt „Ene Mene Mopel“, aber eigentlich ist das völlig egal, weil seine Programme sowieso immer improvisiert sind und größtenteils von immer gleichen, aber komplett anders dargebotenen Standards leben. „Es gibt Reis, Baby“ und „Katzenklo“ plätschern an diesem Abend zum Beispiel eher dahin, dafür funktioniert „Texas“ blendend und eine relativ neue Geschichte ganz großartig: Der Komiker erzählt, wie er 1972 als 17-Jähriger durch die DDR nach Berlin trampte, um sich als Zuhörer bei einem Jazzfestival einzuschmuggeln. In einem Touristenbus traf er dann sein Idol Duke Ellington. „Doch es war gar nicht Duke Ellington, sondern nur eine Frau mit einer Tüte in der Hand, aus der eine Stange Porree rausguckte.“

Das fortgeschrittene Alter steht Helge Schneider ganz hervorragend: In seiner Gestik, seinen Schrullen und seinem Sprachwitz hat er schon immer mit Vorliebe ältere Bewohner des Ruhrgebiets persifliert. Jetzt hat er endlich die grauen Strähnen dazu. Und die Gelenkigkeit für Slapstick und Clowns-Nummern wie einen brillant vermurksten Stepptanz wird er sich wahrscheinlich noch erhalten, bis er 104 Jahre alt ist. Und so alt wird er, das hat er seinem Bochumer Publikum verraten.

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