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Das "Roh-Öl der Großstadt"

Energieversorgung

Man nennt es das „Roh-Öl der Großstadt“. Es fließt unter den Straßen der Stadt und für gewöhnlich wird die Energie, die darin steckt, verschenkt: Die Wärme der Abwässer kann (Heiz-)Energie fast zum Nulltarif und ohne jede Umweltbelastung liefern. Die Stadt will nun das Energie-Reservoir aus der Kanalisation für die Versorgung zweier Wohnquartiere nutzen.

RECKLINGHAUSEN

25.05.2011
Das "Roh-Öl der Großstadt"

Durch die Kanalisation der Stadt fließt ungenutzte Energie. Die Stadt will sie nutzen.

Die Idee dazu hatte die „Lokale Agenda“. Das Prinzip ist einfach: Anstelle einfacher Kanalrohre werden solche mit einem integrierten Wärmetauscher eingebaut. Sie entziehen dem Abwasser zwei bis drei Grad Wärme. Das genügt, um eine Wärmepumpe zu betreiben, die es auf eine Temperatur von 55 bis 65 Grad bringt. Das Ganze funktioniert 365 Tage im Jahr, da die Abwässer im Jahresmittel 15 Grad warm sind und selbst im härtesten Winter nur kurzzeitig auf immer noch ausreichende 10 Grad sinken. Die Lebensdauer der Wärmetauscher liegt bei 50 Jahren. Besonders geeignet und wirtschaftlich ist das technisch ausgereifte System überall dort, wo Kanäle neu gebaut oder zumindest erneuert werden müssen. Der gigantische Emscherumbau bietet da also eine Steilvorlage. Die Emschergenossenschaft steht der Idee positiv gegenüber, hat bereits 2009 in Bochum ein solches Projekt verwirklicht: Dort wird ein Freizeitbad mit Abwasserwärme betrieben. Jetzt hat „e.on Fernwärme“ eine Machbarkeits-Untersuchung auf Recklinghäuser Gebiet angestellt und entlang des Hellbachs gute Bedingungen vorgefunden. In der Untersuchung werden zwei Standorte für Heizzentralen vorgeschlagen: An der Karlsbader Straße könnten das Neubaugebiet und der Großkunde „runners point“ auf kurzen Leitungswegen versorgt werden, und das Wiener Viertel wäre ebenfalls für eine Versorgung mit Abwasser-Wärme ideal. Investitionskosten: etwa 700 000 Euro, ein Drittel könnte durch Fördermittel finanziert werden. „Am Ende kommen dabei durchaus konkurrenzfähige Energiekosten für den Endkunden heraus“, so der e.on-Projektleiter. Entsprechendes Know-how ist übrigens vor Ort vorhanden: Das Recklinghäuser Umwelttechnik-Unternehmen „Wallstein-Ingenieure“ (105 Mitarbeiter, 20 Millionen Euro Jahresumsatz) hat bereits solche Anlagen in Leverkusen und Ahlen gebaut.

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