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Die große Liebe brachte ihn vor Gericht

Bedrohung mit Messer blieb ungeklärt

Das Aufgebot an Uniformen war bei diesem Prozess im Amtsgericht groß: Zwei Wachleute und zwei Polizisten trugen dafür Sorge, dass sich der Angeklagte und seine Ex-Freundin nicht zu nahe kamen. Der Richter stellte das Verfahren aber ein.

Castrop-Rauxel

, 17.05.2018
Die große Liebe brachte ihn vor Gericht

Das Amtsgericht in Castrop-Rauxel. © Tobias Weckenbrock

Böse Drohungen des 27-jährigen Angeklagten hatten den Ausschlag für diese Vorsichtsmaßnahme gegeben. Doch der 27-Jährige blieb ruhig, ließ hauptsächlich seinen Verteidiger für sich sprechen. Die psychiatrische Behandlung und das wohl endgültige Aus der schwierigen On-Off-Beziehung schienen sich positiv auszuwirken.

Starke Eifersucht

Die Beziehung dagegen, die mit etlichen Unterbrechungen rund eineinhalb Jahre währte, war trotz der übermäßig großen Liebe, die der Verteidiger mehrfach beschwor, von zahlreichen negativen Momenten geprägt.

Überschattet worden sei die Beziehung auch vom Eifersuchtswahn der Freundin, die der Verteidiger als Erklärung für viele Streitigkeiten anführte. Sie sei deshalb auch in ärztlicher Behandlung gewesen. Auch deren Freundin räumte ein, dass diese zum Beispiel im Handy des Freundes geschnüffelt habe.

Wieder Streit, wieder Beleidigungen

Sie kam auch hinzu, als sich die beiden im November zunächst wieder stritten und beleidigten. Dabei schnappte sich der 27-Jährige eine Wellensteyn-Jacke, die er der Freundin zu Weihnachten geschenkt hatte. Er wollte sie mitnehmen und hatte die Wohnung schon verlassen, als die Freundin hinterher lief, die Jacke im Hausflur wieder an sich riss.

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„Weil ich Papiere und Geld in den Taschen hatte, die Jacke war mir egal“, sagte die Ex. Sie sagte auch, dass sie der Freund zuvor mit einem Messer bedroht hatte. Während es ihrer Schilderung nach eher ein Butterfly-Messer war, räumte der Angeklagte ein Mini-Taschenmesser ein, das aber nur am Schlüsselbund hing.


„Nur in dieser Beziehung lief es schief“

„Mein Mandant hat einen geradlinigen Lebenslauf, nur in dieser Beziehung lief es schief“, so der Anwalt, der dem Angeklagten auch bei zwei weiteren Anzeigen in Bottrop, an dessen Wohnsitz, zur Seite stand.

Wie dort, wurde auch dieses aktuelle Verfahren am Dienstag gegen eine Geldstrafe von 900 Euro eingestellt. Nicht wenig, denn der Mann ist derzeit ohne Arbeit. Er hat seinen Job als Leiter eines Supermarktes verloren, weil er mal die Aufsicht einem Azubi übergab, um die Freundin abzuholen.

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