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Emscher-Abwasser wird in den Kanal abgeleitet

Emscher wird ein immer saubererer Fluss

Neun Jahre nach dem ersten Spatenstich wird im September der Abwasserkanal Emscher schrittweise in Betrieb genommen. Auf einer Länge von 35 Kilometern wird das Emscher-Abwasser dann nach und nach in den Kanal eingeleitet. Und, entscheidend für die Menschen auf beiden Seiten des Flusses in Castrop-Rauxel: Aus der „Schwatten“ wird damit ein immer saubererer Fluss.

Castrop-Rauxel

13.05.2018
Emscher-Abwasser wird in den Kanal abgeleitet

So sieht es im Inneren eines Drossel- und Entlastungsbauwerk des Stauraumkanals Industriestraße aus. Ab September wird das Abwasser der Stadt hier durchgeleitet, nicht mehr durch die Emscher. © Rupert Oberhäuser

Wie die Emschergenossenschaft erläutert, werde das ein Prozess, der sich über mehrere Monate hinziehen könne, so Ilias Abawi, Sprecher des Unternehmens. Die weitestgehende Abwasserfreiheit in der Emscher werde sogar erst nach der vollständigen Inbetriebnahme 2020/2021 erreicht.

In diesen Teil des Abwasserkanals, zu dem auch der Stauraumkanal Industriestraße gehört, investierte die Emschergenossenschaft mehr als eine halbe Milliarde Euro. „Dies wird einer der größten Meilensteine in der Geschichte des Emscher-Umbaus sein. Der schrittweise Weg zur Abwasserfreiheit des Emscher-Flusses wird einen erheblichen Mehrwert für die Menschen in Castrop-Rauxel und in der Region bringen“, sagt Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft.

Eine Länge von 7607 Metern in Castrop-Rauxel

Der Abwasserkanal Emscher (AKE) ist in Castrop-Rauxel 7607 Meter lang. Dafür wurden 1905 Rohr-Elemente mit einem Gesamtgewicht von 21.937 Tonnen vorgetrieben. Insgesamt wurden zwischen Dortmund und Bottrop 10.661 Rohr-Elemente mit Innendurchmessern zwischen 1,60 und 2,80 Meter und einem Gesamtgewicht von 213.747 Tonnen verlegt.

Emscher-Abwasser wird in den Kanal abgeleitet

Diese Grafik der Emschergenossenschaft zeigt den Abwasserkanal Emscher und seine Pumpwerke.

Zum Abschnitt in Castrop-Rauxel gehört darüber hinaus auch der Stauraumkanal (SKU) Industriestraße. Bei diesem handelt es sich um ein Bauwerk, das bereits für sich allein die Bezeichnung „Großprojekt“ verdient hätte. Er ist insgesamt 4,5 Kilometer lang, verläuft überwiegend nördlich der Emscher und hat ein Fassungsvolumen von 16.000 Kubikmetern. Zusammen mit den seitlichen Anschlusskanälen verlegte die Emschergenossenschaft in diesem Teilprojekt rund 5520 Meter Kanalrohre.

Der Bau von 46 Schächten war notwendig

Inklusive aller südlichen Einleitungen ist für das System Stauraumkanal der Bau von 46 Schächten notwendig gewesen, davon allein 30 entlang der Haupttrasse. Der SKU nimmt dabei auch zwölf Einleitungen auf, die aus dem Bereich südlich der Emscher kommen und dafür an neun Stellen die Emscher kreuzen oder unterqueren müssen. Insgesamt gibt es 22 sogenannte Abwasserübernahmepunkte. Für den SKU wurden 1.250 Rohrelemente mit einem Gewicht von 33.073 Tonnen verlegt.

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So funktioniert der Stauraumkanal

Der Stauraumkanal dient der Trennung von Regen- und Abwasser mithilfe simpler Schwerkraft. Und das funktioniert so: Bei starken Regenfällen wird das Mischwasser im Kanal zunächst „angehalten“ und beruhigt. Dabei kommt das physikalische Gesetz der Schwerkraft zum Tragen: Die schwereren Schmutzsedimente setzen sich nach unten ab und können durch eine Ableitung in den Abwasserkanal Emscher transportiert werden. Das oben schwimmende, weitestgehend saubere und nicht-klärpflichtige Regenwasser dagegen kann nach Erreichen einer bestimmten Menge und Höhe über eine Entlastungsschwelle ins Gewässer „schwappen“. Die Entlastung in die Emscher erfolgt im Bereich der Industriestraße (daher auch der Name des Stauraumkanals) westlich des Wasserkreuzes und östlich des Suderwicher Baches, wobei das Entlastungsbauwerk teilweise auf der Grenze zu Recklinghausen liegt.