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Verwaltung auf die Füße treten

12.06.2007

Castrop-Rauxel Da tauchte sie wieder auf, die unerbittliche wollige Napfschildlaus von der Funkestraße. Dabei wollte sich der Bürgerausschuss in seiner Sitzung amMontag doch nur stringent mit seinem Selbstverständnis beschäftigen. Aber gerade dieser Eiertanz mit den insbesonderevon Udo Weber von den Grünen verhohnepiepelten Bürgern machte symptomatisch deutlich, dass sich der Bürgerausschuss auf seine selbst gesteckten Aufgaben konzentrieren muss, um nicht auch noch den letzten Rest an Glaubwürdigkeit zu verlieren. «Bei uns hätte die Frage nach Stadtökologie einerseits und Bürgerbeteiligung andererseits fast zur Spaltung geführt», räumte Grünen-Fraktionssprecher Georg Wegner (Foto) unumwunden ein. Der wollte den Auftritt seines Parteikollegen beim Ortstermin nicht kommentieren. Weber hatte den aufgebrachten Siedlern «in diesem Kasperltheater" (FDP-Fraktionschef Christoph Grabowski) empfohlen, ihre Autos künftig am Neuroder Platz (gar nicht erlaubt) zu parken. Für Achim Gärtner (CDU) war diese letzte Bürgerausschuss-Sitzung an der Funkestraße symptomatisch für das Versagen angesichts der selbst gesteckten Ansprüche. «Der Bürger muss sich da vereimert vorkommen, das kann`s nicht sein.» Jetzt wollen sie es im Bürgerausschuss anders richten. Beschlusscontrolling einführen und der Verwaltung auf den Schuh treten. Denn diese solle zukünftig gucken, wie vernünftig scheinende Bürgeranträge verwirklicht werden könnten, ohne sofort Nein zu schreien. «Im Regelfall», sagte Wegner, «ist Abnicken bei den Verwaltungsvorlagen die Regel, unserer Ratsmannschaft von 46 Ratsmitgliedern steht ein Apparat von über 1000 Verwaltungsmitarbeitern gegenüber.» Die Ausschussvorsitzende Heike Borek-Fercke (SPD/Foto), die sich die Kritik durchaus auf den eigenen Schuh zog, will ein Gespräch mit dem Bürgermeister führen, ob seine Bürgerkontakte nicht zum Teil besser in die Kompetenz des Bürgerausschusses fallen. Und darauf drängen, dass die Bereichsleiter in der Verwaltung dem Bürgerwillen einen höheren Stellenwert einräumen. Bei der Napfschildlaus kommt die SPD nicht mehr bei den Bürgern an. Klaus Konter verneinte einfach deren Existenz. «Wo ist die, die gibt es an der Funkestraße nicht», befand der SPD-Mann. abi

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