Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

SPD und CDU wollen nach Ikea-Absage ein Planungsverfahren für Handwerkerpark

Xscape-Fläche

Die Xscape-Fläche soll zukunftsfit gemacht werden. SPD und CDU wollen ein Planungsverfahren auf den Weg bringen für einen Gewerbepark. Die Grünen sind fassungslos und schimpfen. Die FWI fragt: Welches emittierende Gewerbe soll dahin?

Castrop-Rauxel

, 21.06.2018
SPD und CDU wollen nach Ikea-Absage ein Planungsverfahren für Handwerkerpark

Die Fläche zwischen B235 (l.), Grutholzalle (oben) und A42 (unten) möchten SPD und CDU jetzt für eine Entwicklung zur Verfügung stellen © Oskar Neubauer

Xscape, der einmal geplante große Freizeittempel, ist längst Schnee von gestern. Ikea ist jetzt auch endgültig raus. Damit es mit der Stadtentwicklung weitergeht, wollen die beiden Ratsfraktionen von SPD und CDU die Sondernutzungsfläche an B235/Grutholzallee als Gewerbepark zur Verfügung stellen. Der Bauausschuss beschäftigt sich mit dem entsprechenden Antrag in der Sitzung am Donnerstag, 28. Juni.

„Die ehemalige Xscape-Fläche liegt nun schon seit Jahren brach und alle Bemühungen zu einer Nutzung für die Gesundheitswirtschaft wie etwa Gesundheitscampus Ruhrgebiet oder für eine Ansiedlung eines Möbelhauses sind leider erfolglos geblieben“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Daniel Molloisch. Deshalb soll nun mit Unterstützung der CDU-Fraktion ein Planungsverfahren für die Fläche nördlich der A42, östlich der B 235, südlich Grutholzallee und westlich Klöppersberg auf den Weg gebracht werden.

Mittelfristige Stadtentwicklung

„Da es sich bei dieser Fläche um eine der letzten Großflächen handelt, an der sich emittierendes Gewerbe ansiedeln darf und sie verkehrsgünstig liegt, hat sie eine große Bedeutung für die mittelfristige Stadtentwicklung. Dies wollen wir nun auch in der Regionalplanung so festlegen und im Flächennutzungsplan entsprechend darstellen“ so Molloisch weiter. Die Flächenausweisung soll zusätzlich zu den bereits für den Wohnungsbau beschlossenen 20 Hektar Mehrbedarf erfolgen.

CDU-Fraktions- und Stadtverbandschef Michael Breilmann sagt: „Nach über 15 Jahren Stillstand unter Rot-Grün steht der Wirtschaftsstandort Castrop-Rauxel vor einem entscheidenden Durchbruch bei der Schaffung seiner attraktivsten Gewerbefläche in unmittelbarer Nähe dreier Autobahnen.“ Breilmann sieht in diesem Schritt ein Resultat beharrlichen Wirkens seiner Partei sowie eine richtungweisende Entscheidung für die Zukunftsfähigkeit der Stadt: „Seit Jahren besteht bei der Ausweisung von neuen Gewerbeflächen erheblicher Handlungsbedarf. Uns gehen Hunderte von Arbeitsplätzen verloren, wenn wir die Ansiedlungsnachfragen von Unternehmen nicht befriedigen können.“

Auch Oliver Lind (CDU) als Vorsitzender des Bauausschusses kommentiert die Entwicklung sehr positiv: „Die Fläche ist absolut verkehrsgünstig gelegen und zudem für großflächige Ansiedlungen hervorragend geeignet.“ Möglich sei diese Entwicklung erst nach dem Ende der Ampelkoalition.

Planungsverfahren

Voraussetzung für eine Ausweisung als Gewerbegebiet sei eine Aufnahme der Xscape-Fläche als Siedlungsgebiet in den Flächennutzungsplan. Gleichzeitig soll die Verwaltung nach dem Willen von SPD und CDU beauftragt werden, ein Planungsverfahren mit dem Ziel einzuleiten, die bisherige Sondernutzungsfläche als Gewerbegebiet zur Verfügung zu stellen.

Bert Wagener, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Stadtrat, ist fassungslos: „Das wird das Stadtbild nachhaltig verändern. Ein Blick in die Natur wird nicht mehr möglich sein, Fledermäusen werden die Flugbahnen verbaut und das ohne jegliche Not.“ Udo Weber als Mitglied im zuständigen Ausschuss ergänzt: „Flächen für Gewerbe und einen Handwerkerpark haben wir hier genug, in den Mittelstandsparks ist genug Platz, ferner tut sich seit geraumer Zeit auf Graf Schwerin nichts. Wenn wir nun weitere Flächen ausweisen, machen sich die innerstädtischen Flächen gegenseitig Konkurrenz.“

Kritik von den Grünen

Die Grünen sind sich sicher, dass SPD und CDU beabsichtigten, Castrop-Rauxel planlos massiv zu verbauen. Im Bauausschuss sei bereits die Ausweisung von weiteren 20 Hektar über den Bedarf beschlossen worden. Eine zukunftsweisende und nachhaltige Stadtentwicklung sehe anders aus.

Ratsmitglied Christel Sperz (FWI) sagt: „Für uns ist der Antrag von SPD und CDU gar nicht entscheidungsreif.“ Dafür sei das Ganze zu wichtig, zumal sich die Frage stelle, welches emittierende Gewerbe auf die Fläche solle. In unmittelbarer Nachbarschaft gebe es Wohnbebauung und Pläne für eine neue Kita und Seniorenwohnungen.

Im noch gültigen Regionalplan des Kommunalverbandes ist die Xscape-Fläche ein weißer Fleck. Laut Technischem Beigeordneten Heiko Dobrindt ist sie im neuen Regionalplan, der gerade in der Aufstellung ist, als Freiraum ausgewiesen. Entscheidend sei hier das Votum der Verbandsversammlung. Dobrindt: „Ich erwarte eine muntere Diskussion.“