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Neue Leber, neue Niere, neues Leben

Castrop-Rauxel Wann Klaus Trinter Geburtstag feiert, kann er sich eigentlich aussuchen. Geboren wurde der Wahl-Henrichenburger am 11. April 1951. Seine erste Lebertransplantation ist auf den 3. Juli 1998 datiert, die zweite folgte am 13. Januar 2007. Auch eine neue Niere wurde ihm an diesem Tag eingesetzt.

29.06.2007

Eine Leidensgeschichte, die dem 56-Jährigen kaum anzusehen ist. «Ich denke halt einfach positiv. Ohne positives Denken wird man nicht alt», so seine Lebensphilosophie. Doch auch seine lebensbejahende Einstellung täuscht nicht darüber hinweg, dass das Leben von Klaus Trinter (Foto) schon mehrfach am seidenen Faden hing. 1993 entdeckten die Ärzte bei einer Gallenblasen-Operation, dass seine Leber nicht mehr richtig arbeitet. Die Diagnose: eine durch Hepatitis B ausgelöste Leberzirrhose.

Früh genug auf der Liste

«Mein Glück war, dass ich rechtzeitig auf die Transplantationsliste gesetzt worden bin, denn zu diesem Zeitpunkt war ich ja noch kein akuter Fall», erinnert sich Klaus Trinter. Doch auch nach der Operation im Juli 1998 - «ich bekam die Leber eines jungen Mannes aus Niedersachsen, man bekommt kaum Informationen über den Spender» - war seine Leidensgeschichte noch nicht zu Ende. Eine Gallenwegserkrankung sorgte auch bei der transplantierten Leber für eine Zirrhose. Zudem führte die erhöhte Einnahme von Medikamenten zur Schädigung der Nieren.

«Seit letztem Jahr im Mai ging's bergab», erinnert sich der 56-Jährige. Mehrmals musste er mit Blaulicht in die Klinik gebracht werden, Anfang des Jahres gaben ihm die Ärzte eine Überlebenschance von gerade mal zehn Prozent. Bis ihm im Januar im Klinikum der Medizinischen Hochschule Hannover erneut eine Leber sowie eine neue Niere transplantiert wurden. Den Spendern ist er auch heute noch sehr dankbar.

«Hoffentlich bin ich bald wieder richtig auf dem Damm», wünscht sich Klaus Trinter, der noch immer dreimal in der Woche an die Dialyse muss, bis die neue Niere richtig arbeitet. Dann möchte er endlich wieder mit seinen Kegelbrüdern zusammen sein, beim Henrichenburger Schützenfest mitmischen und viel Zeit mit der Familie genießen. «Gerade für meine Frau Marianne waren das immer schwere Zeiten. Man selbst bekommt ja gar nicht so viel davon mit», sagt Klaus Trinter. Er wünscht sich einfach mehr Anerkennung für die Situation der Angehörigen.

Ein bisschen Anreiz

Für die Zukunft hofft er vor allem auf eines - eine bessere Aufklärung beim Thema Organspende. «Mehr Ansprechpartner in den Kliniken wären schön. Und vielleicht könnte man ja auch dem Spender eine schöne Bestattung finanzieren - vielleicht wäre das so ein bisschen der letzte Anreiz, den einige brauchen.» Kirsten Hüls

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