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Millionenschwerer Prozess um Pfandbetrug geht glimpflich aus

27-jähriger Castrop-Rauxeler bekommt einen Denkzettel

Der millionenschwere Prozess um manipulierte Pfandautomaten ist für einen Familienvater aus Castrop-Rauxel glimpflich ausgegangen. Das Bochumer Landgericht hat das Strafverfahren gegen den 27-Jährigen überraschend eingestellt. Einen Denkzettel gab es für den Castrop-Rauxeler aber dennoch.

Castrop-Rauxel

, 09.04.2018
Millionenschwerer Prozess um Pfandbetrug geht glimpflich aus

Das Strafverfahren gegen einen 27-jährigen Familienvater aus Castrop-Rauxel wurde eingestellt. © Werner von Braunschweig

Nach Ansicht der Richter war der Angeklagte nur ein klassischer Strohmann. Er sei zwar Geschäftsführer eines Getränkegroßhandels gewesen – das allerdings nur auf dem Papier. Es sei völlig unklar, ob er überhaupt in die betrügerischen Machenschaften eingeweiht gewesen ist.

Fakt ist allerdings: In „seinem“ Bochumer Betrieb waren 2013 zwei Pfandautomaten so manipuliert worden, dass Einwegflaschen und Dosen immer wieder neu gescannt werden konnten. Dadurch soll ein Betrugsschaden von rund 1,2 Millionen Euro angerichtet worden sein. Die Richter hatten am Ende allerdings erhebliche Zweifel, ob der Angeklagte etwas damit zu tun hatte. Abkassiert hätten wahrscheinlich andere, hieß es.

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Im Prozess hatte es gleich mehrere Hinweise auf einen mutmaßlichen Hintermann gegeben, der aber offenbar abgetaucht ist. Zu seiner Zeugenvernehmung im Bochumer Landgericht war der Mann auf jeden Fall nicht erschienen. Er sei für die Justiz zurzeit nicht greifbar, hieß es aus dem Gericht. Sein mutmaßlicher Aufenthaltsort könnte in der Türkei sein.

Weitere Strafverfahren im Rheinland und in Aachen

Der Pfandflaschenbetrug in Bochum war offenbar Teil einer groß angelegten Betrugsmaschinerie. In diesem Zusammenhang soll es weitere Strafverfahren im Rheinland und in Aachen geben. Die mutmaßlichen Hinterleute sollen allerdings noch nicht angeklagt sein.

Der 27-jährige Azubi aus Castrop-Rauxel hatte für die Übernahme des Getränkegroßhandels zwei Unterschriften geleistet: eine beim Notar, eine beim Handelsregister. Außerdem soll er die Geschäftsunterlagen zum Steuerberater gebracht haben. Mit dem Tagesgeschäft – davon gehen die Richter aus – hatte er nichts zu tun. Genau das hatte er im Prozess auch selbst erklärt.

Einen kleinen Denkzettel gab es allerdings trotzdem. Als Gegenleistung für die Einstellung haben die Richter eine Geldauflage von 3000 Euro verhängt.