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Bei "Tannöd" soll es auf der Bühne menscheln

CASTROP-RAUXEL Ungewöhnliche Stoffe erfordern ungewöhnliche Herangehensweisen. Das gilt am Westfälischen Landestheater derzeit für einen Stoff, der bei aller Künstlichkeit doch brodelnde Emotionen bietet: "Tannöd" von Andrea Schenkel.

02.10.2008
Bei "Tannöd" soll es auf der Bühne menscheln

Am WLT laufen die Proben für die "Tannöd"-Premiere am 2. November.

"Tannöd besticht durch eine Künstlichkeit in Form und Sprache, da müssen wir nichts mehr stilisieren", sagt Gert Becker, der den Krimi aus der Feder von Andrea Schenkel inszeniert. Schwerpunkt seiner Arbeit: Man werde menscheln, man werde mit Emotionen spielen, sagt er. Eben weil es unter der Oberfläche der Figuren reichlich brodelt.Preisgekrönter Debütroman zeigt bigotte Dorfgemeinschaft

Schenkels preisgekrönter Debütroman zeichnet schließlich das Porträt einer bigotten Dorfgesellschaft mit einem traumatischen Beziehungsgeflecht. Eine ganze Familie wurde ausgelöscht, mit der Spitzhacke erschlagen. Gemocht hat sie kaum jemand, aber selbst die Kinder wurden grausam ermordet, und so geht die Angst um im Dorf, denn vom Mörder fehlt jede Spur.Premiere findet am 2. November in der Stadthalle statt

Der Clou dieses Mörderspiels im abgelegener Einsamkeit liegt in den ständig wechselnden Erzählperspektiven. Die Beteiligten kommen selbst zu Wort. Unheimlich wird es, weil man so jeden Schritt des Mörders mitverfolgt, ihn beobachtet bei seinen alltäglichen Verrichtungen, ohne seine Identität zu kennen. "Im Stück gibt es viel zu entdecken, bringt euch also mit Ideen ein", sagt Becker zu Beginn der Leseprobe und stimmt so sein Ensemble auf die kommenden arbeitsreichen Wochen bis zur Premiere am Sonntag, 2. November, 18 Uhr (Stadthalle) ein.

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