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Baustelle beschert Lebensgefahr im Rollstuhl

HENRICHENBURG Seit drei Wochen sitzt Walter Bertrams im Rollstuhl, weil ein Bein amputiert wurde. Als wäre das nicht schlimm genug, begibt er sich jedes Mal in Lebensgefahr, wenn er von seinem Haus an der Industriestraße aus zum Arzt oder Therapeuten in die Neue Mitte will.

von Von Julia Grunschel

, 03.10.2008

Grund allen Übels ist eine Baustelle neben der Brücke über die Wartburgstraße auf der Dorfseite. Denn wenn Margret Bertrams ihren Ehemann jeden zweiten Tag Richtung Neue Mitte schiebt, müsste sie am Ende der Brücke eigentlich die Straße queren, um über den Fußweg durch die Grünfläche Richtung Freiheitstraße zu kommen.

Doch just an dieser Stelle, wo die Bürgersteige neben der Brücke abgesenkt sind und der Fußweg beginnt, liegt ein umzäunter Teil der Baustelle. "Da ist zwar ein schmaler Gang für Fußgänger, aber mit dem Rollstuhl komme ich nicht durch", schüttelt der 72-Jährige verständnislos mit dem Kopf. "Kinderwagen auch nicht", pflichtet ihm seine Frau bei.

Gefährliche Situation in scharfer Kurve

Dem Ehepaar bleibt nichts anderes übrig, als auf der Wartburginsel-Seite zu bleiben und auf dem Seitenstreifen weiter zu gehen. "Und damit immer tiefer in die scharfe Rechtskurve hinein", regt sich die 70-Jährige auf, während sie eben diesen Weg mit ihrem Mann gezwungenermaßen einschlägt.

Der Seitenstreifen wird zusehends schmaler, gegenüber der Kreuzung Freiheitstraße hält das Paar und beobachtet den Verkehr genau, schließlich muss es hier über die Straße gehen. Äußerst problematisch und vor allem gefährlich ist, dass der Verkehr, der aus Richtung Recklinghausen kommt, an dieser Stelle nicht einsehbar ist. "Hier hat man immer Angst, dass etwas passiert", sagen die Bertrams fast gleichzeitig.

Wie auf Kommando brausen Autos und LKW vorbei. Vor ein paar Tagen hätte ein Lastwagen den Rollstuhl fast erwischt. "Der Fahrer hat in der Kurve nicht aufgepasst, kam schon über die weiße Linie und zog im letzten Moment haarscharf an mir vorbei", erzählt der 72-Jährige, "ich hab mich mächtig erschrocken. Mein Herz raste. Gar nicht gut für einen Herzkranken."

Ordungsamt reagiert: Termin am Montag

Im Ordnungsamt ist das Problem, das die Baustelle verursacht, seit Donnerstag bekannt. "Am Montag bin ich mit der Baufirma draußen. Dann gucken wir, ob wir kurzfristig Abhilfe schaffen können", verspricht Gunther Gabka. Angesetzt sind die Bauarbeiten, die seinem Kenntnisstand nach eine Wasserleitung betreffen, noch für zwei Wochen. 

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