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Brandanschlag war ein perfides „Ablenkungsmanöver“

Angeklagter gesteht Brandanschlag auf Schule

Es war ein perfides Ablenkungsmanöver: Nur weil er ungestört mit einem Komplizen einen Einbruch verüben wollte, hat ein 27 Jahre alter Mann vor dreieinhalb Jahren nachts eine Schule in Oer-Erkenschwick angezündet. Das hat der „Feuerteufel“ am Dienstag vor dem Bochumer Landgericht zugegeben - im Gefängnis sitzt er jedoch schon seit Längerem.

OER-ERKENSCHWICK

von Werner von Braunschweig

, 12.06.2018
Brandanschlag war ein perfides „Ablenkungsmanöver“

Die Friedrich-Fröbel-Schule in Oer-Erkenschwick ist bei dem Brandanschlag stark beschädigt worden. © Stimberg Zeitung

„Die Idee war, möglichst viele Kräfte der Polizei und der Feuerwehr zu binden, so dass wir den Einbruch machen können, ohne erwischt zu werden“, sagte der Angeklagte zum Prozessauftakt. Die Auswahl des Schulgebäudes in Oer-Erkenschwick sei allerdings reiner Zufall gewesen. „Die Schule lag quasi auf dem Weg. Es hätte auch ein Waldstück oder so sein können.“

Es war die Nacht vom 7. auf den 8. Dezember 2014, als die Feuerwehr in Oer-Erkenschwick kurz nacheinander an gleich zwei Brandherden zu kämpfen hatte. Gegen 23.30 Uhr war der heute 27-Jährige über einen Zaun an der Pforte auf das Gelände einer Förderschule geklettert, hatte erst einen Stein in ein Fenster und sofort danach durch das entstandene Loch einen Flaschen-Brandsatz geschleudert.

Molotow-Cocktails gebastelt

Das Feuer weitete sich binnen weniger Minuten rasend schnell zu einem Großbrand aus. Zerstört wurden mehrere Klassenräume inklusive großer Teile der Dachkonstruktion. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

Der Angeklagte gab weiter zu, gemeinsam mit drei mitangeklagten Freunden (26/30/36) am fraglichen Abend zwei so genannte „Molotow-Cocktails“ gebastelt zu haben. Den ersten Flaschen-Brandsatz habe er dann wenig später in die Schule, den anderen in ein Bettengeschäft geworfen. Warum gleich zwei Brandstiftungen?

„Die Feuer sollten ja in jedem Fall die Größe erreichen, dass Polizei und Feuerwehr ausrücken“, sagte der 27-Jährige. Anschließend seien er und die Mitangeklagten mit dem Auto von Oer-Erkenschwick in das benachbarte Datteln gefahren und dort in ein Lotto-Geschäft eingestiegen. Die Beute, Zigaretten im Wert von 1500 Euro, hätten er und der 30-jährige Mitangeklagte in einem Bettlaken abtransportiert.

Hauptangeklafter schon lange in Haft

Der Hauptangeklagte sitzt wegen anderer Straftaten bereits seit mehr als drei Jahren im Gefängnis. Ihm droht nun eine massive Haftverlängerung und wegen eigener Drogensucht möglicherweise auch eine Einweisung in eine geschlossene Entzugsklinik.