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Interview mit Maxim Mehmet

Bier statt Grog

Dortmund Nach dem Ausstieg von Florian Lukas hat Maxim Mehmet die Hauptrolle in der ZDF-Krimiserie „Friesland“ übernommen. Aktuell wird die achte Folge „Asche zu Asche“ gedreht. Im Interview spricht der 42-Jährige über die ersten zwei Episoden, in denen er bereits mitgespielt hat, über Süßholzraspeln, Otto Waalkes und Bier.

Bier statt Grog

Maxim Mehmet spielt in der ZDF-Krimiserie „Friesland“ den Polizeibeamten Henk Cassens. Foto: Stefan Klüter

Moin Herr Mehmet, starten wir mal unkonventionell in das Interview: Warum nehmen die Ostfriesen immer eine Schere mit zur Verbrecherjagd?

Eine Schere…? Klingt nach einem Ostfriesen-Witz, aber den kenne ich noch nicht.

Damit sie den Verbrechern den Weg abschneiden können.

Ah, nicht schlecht. Aber Ostfriesen-Witze sind eher Brockis Milieu.

Mit Brocki meinen Sie Jan Brockhorst, gespielt von Felix Vörtler, der in „Friesland“ den bockigen und komplizierten Kriminalhauptkommissar spielt. Der wirft in der Serie mit Ostfriesen-Witzen nur so um sich. Kommen Ihnen die Sprüche schon zu den Ohren raus?

Nein, nein. Ganz im Gegenteil. Ich muss immer aufpassen, dass ich nicht anfange zu lachen, wenn Felix spielt – weil er einfach großartig ist. Wenn Sie mich als Figur Henk Cassens fragen: Ja, da kommen mir die Sprüche zu den Ohren raus. Cassens und Brockhorst tragen ja einen Platzhirschkampf aus, deshalb ist Henk schnell mal von seinem Chef genervt.

Wer ist denn überhaupt am Set bei Ihnen der Spaßvogel?

Vor und hinter der Kamera muss ich am häufig-sten über Holger Stockhaus lachen (spielt den Bestatter Wolfgang Habedank, Anm. d. Red.). Der hat einen sehr guten, trockenen Humor.

Holger Stockhaus ist als Bestatter Wolfgang Habedank schon in einigen „Friesland“-Folgen unter Verdacht geraten.

Der Bestatter ist vielleicht der neue Gärtner. (lacht) In der neuen Folge, die wir derzeit drehen, wird er auch wieder verdächtigt, weil er zur falschen Zeit am falschen Ort war. In der Serie sind wir ja gut befreundet, da tut es mir schon leid für ihn. Aber: Polizeiarbeit ist Polizeiarbeit.

Florian Lukas ermittelte bis zur fünften Folge als Jens Jensen in „Friesland“. Seit der sechsten Folge sorgen Sie als Henk Cassens für Recht und Ordnung. Jensen und Cassens haben eines gemeinsam: Sie gehen ihren Job relativ gelassen und unaufgeregt an. Wie aber unterscheiden sich beide Figuren?

Es gibt einige Gemeinsamkeiten. Beide kennen sich, beide kommen aus Leer, haben sich aber verpasst, weil Jens Jensen versetzt wurde. Henk ist ein Charakter, der oft von sich selbst überzeugt ist – und er überschätzt sich ab und zu. Das bietet komisches Potenzial zum Spielen. Er glaubt, dass er bei den Frauen gut ankommt. Er geht gerne mal den einfachsten Weg, und muss dann von seiner Kollegin Süher Özlügül (gespielt von Sophie Dal, Anm. d. Red.) zur Ordnung gerufen werden. Aber in den wichtigen Momenten halten sie zusammen. Und es ist spannend, dass es zwischen uns beiden Ermittlern manchmal zu Konflikten kommt.

Im realen Leben müssen sich Polizeibeamte, die zusammen auf Streife sind, aufeinander verlassen können. Ist das zwischen Ihnen und Sophie Dal vor der Kamera ähnlich?

Auf jeden Fall. Als Figuren müssen sie sich gegenseitig Rückendeckung geben. Als Schauspieler würde ich das ähnlich sehen. Wir verstehen uns echt gut. Es ist eine große Freude, mit Sophie zusammenzuarbeiten. Wir geben aufeinander Acht, wir hören aufeinander, wir ergänzen uns super. Wenn wir in Leer oder auf Norderney drehen, ist das ein Gefühl von Klassenfahrt mit dem kompletten Team. Dann gehen wir auch gerne mal abends essen oder ein Bier trinken. Aber wir verbringen jetzt nicht jede freie Minute miteinander.

Sowohl Jens Jensen als auch Henk Cassens flirten immer wieder mit der Apothekerin und Hobbys-Forensikerin Insa Scherzinger. Wann wird denn endlich mal aus dem Süßholzraspeln ein bisschen mehr?

(lacht) Eine sehr gute Frage, die ich mal an die Produzenten und Drehbuchautoren weitergeben müsste, um eine Antwort geben zu können. Zwischen Henk und Süher ist noch mehr Potenzial vorhanden, was das Thema betrifft.

Wie sehr kommt es Ihnen und Ihrer Rolle zugute, dass Sie bereits seit 2008 als Kriminaltechniker im Leipziger „Tatort“ mitgewirkt haben?

Mir persönlich kommt es zugute, dass ich gelernt habe, wie es ist, in einem bestehenden, funktionierendem Team zu arbeiten. Im „Tatort“ hatte ich noch eine Nebenrolle, die natürlich nicht ganz so spannend zu spielen war.

Warum?

Kriminaltechniker Wolfgang Menzel war eine Funktionsfigur. Er war der Informationsgeber. Das ist natürlich ganz anders, wenn ich plötzlich selbst Ermittler bin. Die neue Rolle ermöglicht mir wesentlich mehr Spielraum. Beide Figuren arbeiten zwar bei der Polizei, aber für Henk Cassens habe ich nicht allzu viel aus der Menzel-Rolle mitnehmen können.

Jede Folge von „Friesland“ hat zwischen sechs und sieben Millionen Fernsehzuschauer erreicht. Was ist das Erfolgsgeheimnis der Serie?

Das liegt an der Mischung aus Krimi und Humor, die von „Friesland“ sehr gut getroffen wird. Das Konzept geht auf. Daran hat auch das Ensemble maßgeblichen Anteil. Es ist ungewöhnlich, dass ein Bestatter in seinem eigenen Keller eine Marihuanaplantage pflegt, dass sich eine Apothekerin in die Ermittlungen einmischt, dass es einen cholerischen Chef und zwei Polizisten gibt, die völlig unterschiedlich ticken. Ein Großteil des Serienerfolgs ist auf die Nebenrollen zurückzuführen – weil die so schräg sind, sind sie Publikumslieblinge. Ganz uneitel gesagt, sind es die Kollegen, die das Erfolgsgeheimnis von „Friesland“ ausmachen.

Sie sind in Hessen aufgewachsen, haben lange in Berlin gelebt. Wie haben Sie den typischen Ostfriesen kennengelernt?

(lacht) Der „typische Ostfriese“ war ein großes Idol von mir, als ich noch jung war: Otto Waalkes. Den habe ich als Kind verehrt. Natürlich war ich ganz früher zum Urlaubmachen auf der einen oder anderen Insel, etwas besser kennengelernt habe ich Ostfriesland aber erst, als ich die Rolle übernommen habe. Die Leeraner sind sehr angenehme Zeitgenossen, die uns beim Drehen offen und freundlich begegnen. Allerdings scheint auch ein Klischee zuzutreffen: Ostfriesen sind tatsächlich oft wortkarg. Das finde ich sympathisch.

Die neue und insgesamt acht Folge „Asche zu Asche“ wird erneut in Leer und auf Norderney gedreht. Sie arbeiten also dort, wo andere Urlaub machen.

Es gibt Schlimmeres. Wobei: Wenn an anderen Orten in Deutschland warmes Wetter herrscht, haben wir hier oben beim Drehen manchmal ganz andere Verhältnisse mit einer steifen Brise. Da hat man als Schauspieler das Problem, dass die Zähne vor Kälte nicht klappern dürfen, wenn man in Sommerklamotten vor der Kamera steht. Der Wind ist etwas gewöhnungsbedürftig – wenn der richtig zieht, raubt er einem echt Kraft. Da muss man sich später erst mal aufwärmen – bei einem Bier.

Oder einem heißen Grog.

Genau. Den haben wir aber nicht getrunken. Wir haben auf Norderney dieses selbst gebraute Inselbier probiert. Das ist sehr lecker.

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