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Bewährungsstrafe für Messerangriff auf Bürgermeister

Messerattacke auf Andreas Hollstein vor Gericht

Nach dem Messerangriff auf den Bürgermeister von Altena ist der Täter am Montag zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Die Richter werteten die Tat als Kurzschluss-Reaktion – nicht als „politisches Attentat“.

von Werner von Braunschweig

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HAGEN/ALTENA

, 11.06.2018
Bewährungsstrafe für Messerangriff auf Bürgermeister

Der Bürgermeister von Altena, Andreas Hollstein, erwartet heute ein Urteil. © von Braunschweig

Bürgermeister Andreas Hollstein war am 27. November 2017 in einem Döner-Imbiss seiner Heimatstadt Altena von dem Angeklagten angesprochen, mit einem mehr als 30 Zentimeter langen Messer attackiert und am Hals verletzt worden.

Bürgermeister Andreas Hollstein war am 27. November 2017 in einem Döner-Imbiss seiner Heimatstadt Altena von dem Angeklagten angesprochen, mit einem mehr als 30 Zentimeter langen Messer attackiert und am Hals verletzt worden.

Die Staatsanwaltschaft hatte die Tat zunächst als Mordversuch angeklagt, war davon aber im Verlaufe des Prozesses wieder abgerückt, weil offenbar kein Tötungswille nachzuweisen ist.

So sahen es am Ende auch die Richter. In der Urteilsbegründung war von einem „massiven Angriff auf einen unbeteiligten Entscheidungsträger“ die Rede. Die Feststellungen hätten zweifellos ergeben, dass es sich um eine „ungeplante, spontane und völlig unüberlegte Tat“ gehandelt habe.

Staatsanwaltschaft: Nicht verharmlosen

Der Angeklagte war bereits in der vergangenen Woche aus der Haft entlassen worden. Zu verharmlosen sei die Tat aber keinesfalls. „Eine Gesellschaft kann es sich in keinster Weise leisten, dass ihre Mandatsträger zu Zielen von Gewalttätern werden“, hatte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer vor dem Hagener Schwurgericht erklärt.

Der 56-jährige Angeklagte hatte den Messerangriff zwar gestanden, dabei aber immer beteuert, dass er dem Bürgermeister nur habe drohen wollen. Auch von Fremdenfeindlichkeit könne keine Rede sein. Auch davon war anfangs ausgegangen worden, weil der Angeklagte Hollstein bei der Tat zugerufen hatte: „Mich lässt Du verdursten, aber holst 200 Ausländer in die Stadt.“

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Kern der Enttäuschung des Angeklagten war laut Urteil, dass denjenigen, die nicht mit Altena verbunden sind, mehr geholfen wird, als denjenigen die Altbürger sind.

Fakt ist: Dem Angeklagte war wegen seiner Schulden damals das Wasser abgesperrt worden. Das Wasser hatte er sich deshalb von einem drei Kilometer entfernten Friedhof besorgt.

Hollsteins Anwalt Martin Düerkop hatte den Antrag der Staatsanwaltschaft als viel zu milde kritisiert. Es gebe keine echte Reue, keinen vernünftigen Umgang mit der Tat.