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Bewährung für Wildwest-Auftritt

Gericht

Fünf Monate nach einem bedrohlichen Wildwest-Auftritt vor einer Wohnung in Recklinghausen hat das Bochumer Landgericht am Donnerstag einen 26-jährigen Bühnenbau-Helfer zu 21 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

RECKLINGHAUSEN

20.05.2011
Bewährung für Wildwest-Auftritt

Es begann mit einem mulmigen Gefühl und endete mit einem „Schuss vor den Bug“: Als die Polizei kurz nach dem Ausraster die Wohnung des Mannes durchkämmte, stießen die Beamten auf ein buntes Sortiment an illegalen Sachen. Manche Funde „dufteten“, einige staubten, andere wiederum sorgten bei den Fahndern für sorgenvolle Blicke. Denn neben tütenweise Marihuana, Ecstasy-Pillen, LSD-Trips und einigen giftigen Chemikalien fanden sich auch mehrere Waffen. Mit einem durchgeladenen Schreckschuss-Revolver, zwei Softair-Pistolen, zahlreichen Patronen, einer Tränengas-Dose, einem Totschläger und einer Hochleistungszwille traten die Beamten kurz darauf den Rückzug an. Der 26-Jährige wurde festgenommen und saß anschließend knapp drei Monate im Gefängnis. Auslöser für die Razzia war ein Hilferuf der Ex-Freundin. Am 4. Januar hatte die Recklinghäuserin hautnah miterleben müssen, wie der 26-Jährige mit einer Waffe bei ihr auftauchte und mit einer Bluttat drohte. Die Frau ging zur Polizei, die Beamten rückten später mit Spezialkräften bei dem 26-Jährigen an. Im Prozess hatte der 26-Jährige sofort ein Geständnis abgelegt. „Ich kann mich nicht zurückerinnern, dass ich mal einen Mandanten gehabt habe, der durch kurze U-Haft dermaßen beeindruckt war“, sagte sein Verteidiger Dr. Claus Lackmann. Der Besitz der vorgefundenen Chemikalien (Kaliumchlorid und Phosphor) konnte man ihm nicht anlasten: Gefährlich, aber nicht grundsätzlich strafbar, hieß es im Urteil.

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