Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige

„Besser vom Fachmann beraten lassen“

Norbert Baasner Garten- und Landschaftsbau

Es gibt wohl kaum Angenehmeres, als an einem lauen Sommerabend gemeinsam mit der Familie auf der Terrasse zu grillen. Wie man eine Terrasse anlegen kann, verrät Fabian Baasner von der Lüner Firma Norbert Baasner Garten- und Landschaftsbau in diesem Teil der Serie.

10.04.2018
„Besser vom Fachmann beraten lassen“

Andrea, Norbert und Fabian Baasner auf ihrem Betriebsgelände. Foto: Schulte

Sein Vater Norbert Baasner hat den Betrieb vor bald 27 Jahren gegründet: Der Betriebshof der Nobert Baasner Garten- und Landschaftsbau GmbH befand sich zunächst in Lünen-Alstedde, doch das Gelände wurde schon bald zu klein. Inzwischen ist das Unternehmen des Diplomingenieurs in das Gewerbegebiet an der Wethmarheide umgezogen. Sohn Fabian Baasner (23) ist Landschaftsgärtner und arbeitet bereits im elterlichen Betrieb mit. Außerdem studiert er noch bis nächstes Jahr in Osnabrück Ingenieurwesen im Landschaftsbau, und hat Anfang des Jahres das vom Bundesbildungsministerium ausgelobte Deutschland-Stipendium erhalten.

Redakteur Sebastian Schulte hat sich mit Fabian Baasner über das Thema Terrassengestaltung unterhalten.

Ich will eine neue Terrasse bauen, aber nicht bloß ein langweiliges Viereck. Gibt es eine Software, die die Terrassenplanung etwas vereinfacht?

Die gibt es zwar, aber eine professionelle und brauchbare Software ist aber in der Regel für den Privatmann zu komplex und auch kostspielig. Ich rate, den Fachmann aufzusuchen, um eine fundierte und realistische Planung vorzunehmen.

Die wird in der Regel durch Skizzen und Abstecken im Gelände sowie durch ein Leistungsverzeichnis verdeutlicht. Wünscht der Kunde einen visualisierten Plan, ziehen wir einen Landschaftsarchitekten hinzu.

Welches ist der optimale Standort für eine Terrasse?

Den optimalen Standort einer Terrasse kann man nicht pauschal definieren, denn er ist von der Ausgangssituation und der Topografie des Gartens abhängig.

Auch die Art der Nutzung der Terrasse spielt eine große Rolle. Soll sie beispielsweise eher als Sonnenterrasse, als stiller Rückzugsort oder als praktische Nutzterrasse ausgelegt sein? Auch hier führt an einer fachkundigen Beratung vor Ort nichts vorbei, denn nur der Fachmann kann auf die Besonderheiten, die der Garten besitzt, eingehen. Denn auch durch Anlegen einer Terrasse können neue Räume geschaffen werden, die den Garten optisch vergrößern.

Holzterrassen sollten nicht im Schatten oder in feuchten Senken liegen. Dort kann das Holz nicht schnell genug abtrocknen, es wir glitschig und seine Haltbarkeit verschlechtert sich.

Welche verschiedenen Materialien gibt es?

Beim Anlegen einer Terrasse gibt es eine bei der Materialwahl fast keine Grenzen: Holz, WPC, Naturstein, Klinker aber auch Betonstein, Keramik wie auch Untergründe aus Splitten und wassergebundenen Wegedecken (oft nur mit Dolosand bekannt) sind möglich. Im Trend liegen momentan Keramik- und Betonsteinprodukte in großen Formaten.

Bei Keramik gibt es die verschiedensten Oberflächen vom Sichtbeton- bis zum Natursteinlook. Auch Keramik in täuschend echter Holzoptik ist auf dem Markt. Allerdings ist die Verlegung von Keramikplatten anspruchsvoll. Man kann die Fliesen – anders als Betonsteinplatten – nicht im Splittbett verlegen. Ein Fundament mit Bettungsmörtel und Haftbrücke – optimal mit Systemaufbau – ist unumgänglich.

Auch hier stellt sich immer die Frage, wie die Terrasse genutzt und wie stark sie beansprucht werden soll. Auch der Pflegeaufwand ist bei allen Materialien unterschiedlich groß.

Wie sollte man eine Terrasse am besten bepflanzen?

Eine Terrasse an sich lässt sich an sich nur mit Kübelpflanzen begrünen. Vor dem Kauf sollte ich mir aber genau überlegen, ob ich meine Pflanzen im Winter in einen frostfreien Raum stellen kann. Viele Kübelpflanzen, besonders die üppig blühenden, sind nicht winterfest.

Auch niedrigwachsende Obstgehölze lassen sich prima in Kübeln halten. Jedoch sollte gerade bei der Pflanzenauswahl auf die Standortverhältnisse geachtet werden. Angrenzende Beete sollten neben Blütenreichtum auch gegebenenfalls eine schatten- und sichtschutzspendende Funktion haben. Sie sollten ein Kompositum aus Stauden, Gräsern und Gehölzen sein. Auch die Pflegebereitschaft der Nutzer muss bei der Auswahl mit berücksichtigt werden. Am besten lässt man sich hier von einem Fachmann beraten und lässt die Pflanzarbeiten ausführen. So kann sichergestellt werden, dass ein funktionierendes, ansprechendes Beet entsteht.

Pflanzen werden vom Fachmann bei einer qualitativ hochwertigen Baumschule oder beim Staudengärtner des Vertrauens beschafft. Was sich sehr kostspielig anhört, ist am Ende günstiger als die Ware von Gartencentern – zumal hier die Beratung von der Theke stattfindet, ohne jegliche Boden- und Standortkentnisse.

Lohnt sich eine Terrassenüberdachung?

Ich sollte mir schon überlegen, ob ich einen Wintergarten oder eine Terrasse haben möchte. Eine Überdachung kann bei regnerischem Wetter zwar nett sein, jedoch entsteht hier bei starker Sonneneinstrahlung ein gewisser Wärmestau. Die Nutzung der Terrasse kann ebenfalls eingeschränkt werden, denn das Grillen unter überdachten Flächen ist nicht zu empfehlen. Außerdem habe ich einen erhöhten Reinigungsaufwand durch die zusätzliche Dachoberfläche. Man sollte zudem daran denken, dass eine direkte Bewitterung der Terrasse nicht mehr stattfindet und deshalb der Schichtenaufbau darauf abgestimmt sein muss. Besonders bei Werkstoffen aus Beton kommt es sonst zu sichtbaren Ausblühungen.

Kommt eine Terrassenüberdachung in Frage, so ist daran zu denken, eine Baugenehmigung einzuholen, die man nur gegen einen statischen Nachweis der Konstruktion erhält.

Wie saniere ich am besten eine in die Jahre gekommene Terrasse?

Das sollte dem Fachmann überlassen werden. Er kann den Kunden beraten und auf seine Bedürfnisse gezielt eingehen. In jedem Einzelfall sollte der alte Terrassenoberbau auf eventuelle Mängel untersucht werden. Denn davon hängt ab, ob ich den alten Oberbau erneut nutzen kann oder doch eine komplette Neuanlage notwendig ist. Der Bauherr sollte hier nicht am falschen Ende sparen, denn sind erst einmal Mängel in der neuen Terrasse vorhanden, wird es wirklich teuer.

Wie reinige ich eine Terrasse?

Betonsteine dürfen auf keinen Fall mit dem Hochdruckreiniger gesäubert werden. Dadurch wird die veredelte Oberfläche beschädigt und die Imprägnierung geht verloren. Am besten ist es, im Frühjahr spezielle Steinreiniger mit der Gartenspritze oder mit der Gießkanne sanft aufzutragen und anschließend mit einem scharfen Wasserstrahl abzuspülen.

Hochwertige Steinreiniger haben oft eine Imprägnierungsfunktion. Bei leichten Verschmutzungen reicht oft auch Schmierseife. Bei Natursteinbelägen gilt das Gleiche, hierbei sollte aber auf die Verwendbarkeit des Reinigers bei Naturstein geachtet werden, damit keine speckigen Oberflächen entstehen.

Keramikplatten sind besonders pflegeleicht, durch ihre geringe Porosität ist eine Imprägnierung auch nicht erforderlich. Aber ich denke, jeder weiß, wie er eine Fliese zu reinigen hat. Holz ist da ein bisschen anspruchsvoller. Möchte der Kunde das natürliche Vergrauen vermeiden, bleibt ihm nichts anderes übrig, als die Oberfläche intensiv mit Schrubber und Schmierseife zu reinigen und anschließend zu ölen.

Bei stark verschmutzen Terrassen lohnt sich die professionelle Reinigung mit speziellen Reinigungsgeräten und eventuell das Aufbringen eines Entgrauers. WPC ist da nicht pflegeleichter. Auch hier setzt sich Schmutz ab, der entfernt werden sollte.

Allerdings kann ich WPC aus vielerlei negativer Gründe nicht empfehlen: Ein starkes Schwind- und Quellverhalten, labile Elemente und Schimmelgefahr ist oft charakteristisch. Außerdem besteht die Gefahr des Verformens und Verblassens. Das Entsorgen der Elemente ist immer eine teuere Angelegenheit.

Wie erkenne ich denn einen Fachbetrieb?

Den erkennen Sie an dem Verbandssignum – ein hellgrünes, rechteckiges Logo mit dem kleinen Baum auf einer gewellten Linie. Dieses Logo dürfen nur Mitglieder des Verbands Garten- und Landschafts- und Sportplatzbau tragen. Um Mitglied zu werden, muss der Betrieb Qualitätsstandards erfüllen, die überprüft werden.

Das Problem ist, dass es in unserer Branche viele schwarze Schafe gibt die oft nicht einmal eine Ausbildung im Landschaftsbau absolviert haben. Leider gibt es keinen Berufsschutz, sodass sich quasi jeder in diesem Bereich selbstständig machen kann. Oft müssen wir Baumängel und Pfusch dieser Betriebe wieder in Ordnung bringen. Das kann unter Umständen dann recht teuer werden.

Lesen Sie jetzt