Diese Website speichert Cookies auf Ihrem Computer. Diese Cookies werden verwendet, um Ihre Website zu optimieren und Ihnen einen persönlich auf Sie zugeschnittenen Service bereitstellen zu können, sowohl auf dieser Website als auch auf anderen Medienkanälen. Mehr erfahren über die von uns eingesetzten Cookies finden Sie in unserer Datenschutzrichtlinie
Anzeige

Benny Claessens erhält Kerr-Darstellerpreis

Berlin. Expressiv, leidenschaftlich und intensiv. Das 55. Berliner Theatertreffen war ein großes Schauspieler-Fest. Am Ende des Festivals wurde der Alfred-Kerr-Darstellerpreis verliehen.

Benny Claessens erhält Kerr-Darstellerpreis

Der Schauspieler Benny Claessens. Foto: Sven Hoppe

Benny Claessens (36) ist zum Abschluss des Berliner Theatertreffens mit dem Alfred-Kerr-Darstellerpreis ausgezeichnet worden. Der Belgier nahm die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung am Pfingstmontag für seine schauspielerische Leistung in Elfriede Jelineks Stück „Am Königsweg“ entgegen. 

Die am Deutschen Schauspielhaus Hamburg entstandene Regiearbeit von Falk Richter war als eine der zehn „bemerkenswertesten“ Inszenierungen der Saison zum Theatertreffen deutschsprachiger Bühnen eingeladen.     

„Und dann kam Benny Claessens“, heißt es in der Begründung von Juror Fabian Hinrichs. „Man schaut ihn an und da drängt er sich wieder auf, der zwischendurch verlegte, diskriminierte Gedanke, dass ein Schauspieler ein ganzes Theater sein kann. Trotz allem“, so der Theater-, Film- und TV-Darsteller Fabian Hinrichs (Franken-„Tatort“, „Sophie Scholl – Die letzten Tage“), der im Jahr 2012 selbst Gewinner des Kerr-Preises war.  

Der in Antwerpen geborene Claessens arbeitet als freischaffender Schauspieler und spielte unter anderem bereits an den Münchner Kammerspielen, am NTGent und am Berliner Maxim Gorki Theater. Am HAU Berlin werde Claessens im Juni eine neue, eigene Arbeit zeigen, kündigte das Theatertreffen an. In „Am Königsweg“ zog Claessens die Zuschauer als exzentrischer König mit großer Spielleidenschaft in seinen Bann.

Beim 18-tägigen Theatertreffen waren dieses Mal unter anderem Inszenierungen von Thomas Ostermeier, Karin Henkel, Jan Bosse und Frank Castorf zu sehen. Nicht alle Inszenierungen überzeugten das traditionell kritische Theatertreffen-Publikum rundum. Viel Applaus gab es aber stets für die großartige Schauspielleistung der Darsteller.

In Castorfs siebenstündiger Volksbühnen-Inszenierung von Goethes „Faust“ begeisterten Stars wie Sophie Rois, Valery Tscheplanowa, Martin Wuttke und Marc Hosemann mit ihrem expressivem Spiel. Nina Hoss machte die Aufführung „Rückkehr nach Reims“ des Berliner Schaubühnen-Leiters Thomas Ostermeier zum Erlebnis. Nicola Mastroberardino und seine Mitspieler beeindruckten in Ulrich Rasches spektakulärer „Woyzeck“-Inszenierung mit der riesigen Drehscheibe vom Theater Basel.

Wiebke Puls wurde für ihre darstellerische Leistung in Christoper Rüpings Brecht-Inszenierung „Trommeln in der Nacht“ von den Münchner Kammerspielen mit dem mit 10 000 Euro dotierten 3sat-Preis geehrt. Regisseurin Karin Henkel erhielt für ihre herausragenden Verdienste um das deutschsprachige Theater mit dem mit 20 000 Euro dotierten Theaterpeis Berlin.

Als letzte Theatertreffen-Premiere wurde am Sonntagabend Jan Bosses Theaterversion von Thomas Melles autobiografischem Roman „Die Welt im Rücken“ gezeigt - und mit langem begeistertem Applaus und Bravo-Rufen gefeiert. In der am Wiener Burgtheater entstandenen Inszenierung spielt Schauspieler Joachim Meyerhoff in einem großen Solo den Manisch-Depressiven. Die Essenz des Buches ist gut erkennbar, ohne dass Meyerhoffs knapp dreistündiger Monolog zur szenischen Lesung wird - dazu ist sein Spiel viel zu intensiv und lebendig. 

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Hamburg. Das Gastspiel „Ghetto“ des Wolfgang Borchert Theaters Münster eröffnet beeindruckend die siebten bundesweiten Privattheatertage in Hamburg. Noch bis zum 30. Juni sind zwölf Produktionen zu sehen.mehr...