Diese Website speichert Cookies auf Ihrem Computer. Diese Cookies werden verwendet, um Ihre Website zu optimieren und Ihnen einen persönlich auf Sie zugeschnittenen Service bereitstellen zu können, sowohl auf dieser Website als auch auf anderen Medienkanälen. Mehr erfahren über die von uns eingesetzten Cookies finden Sie in unserer Datenschutzrichtlinie
Anzeige

Bayern-Drama bei Real - Adiós Finale und Triple nach 2:2

Madrid. Trotz eines leidenschaftliches Kampfes reicht es für den FC Bayern bei Real Madrid wieder nicht zum Einzug ins Champions-League-Finale. Ein Patzer von Torhüter Sven Ulreich und Corentin Tolisso besiegelt das erneute Aus gegen ein spanisches Team.

Bayern-Drama bei Real - Adiós Finale und Triple nach 2:2

Thomas Müller konnte kurz vor dem Abpfiff die letzte Chance für die Bayern nicht nutzen. Foto: Andreas Gebert

Adiós Bayern. Adiós Triple. Ein leidenschaftlicher Kampf des FC Bayern ist beim nächsten Champions-League-K.o. gegen Angstgegner Real Madrid unbelohnt geblieben.

Beim 2:2 (1:1) fehlte Jupp Heynckes mit dem deutschen Meister am Tag der Arbeit in einem spektakulären Fußball-Spiel ein Tor zum Happy End. Nach einem Blackout von Torwart Sven Ulreich und Corentin Tolisso zum 1:2 konnte der starke James Rodríguez im Halbfinal-Rückspiel im ausverkauften Bernabeu-Stadion nur noch in der 63. Minute ausgleichen.

Der Schuss ins Endspiel am 26. Mai wollte nicht mehr glücken. „Wir sind natürlich sehr enttäuscht. Meine Mannschaft hat heute ein überragendes Spiel gemacht“, lobte Heynckes. Mats Hummels sagte: „Es tut extrem weh. Gefühlt waren wie die gefährlichere Mannschaft, aber Real hat weniger Fehler gemacht.“ In Kiew kann nun Madrid gegen den FC Liverpool oder AS Rom den dritten Titelgewinn nacheinander in der Königsklasse schaffen. „Bayern war wieder extrem gefährlich“, gab Reals Nationalspieler Toni Kroos zu. „Aber jetzt sind wir weiter und das zählt. Wenn du Bayern rauswirfst, dann heißt das auch was.“

In einem aufregenden Schlagabtausch, der bei den Fans Herzrasen auslöste, hätten die Bayern das 1:2 aus dem Hinspiel fast gewendet. Joshua Kimmich (3. Minute) erzielte vor 80.000 Zuschauern die frühe Münchner Führung. Statt Cristiano Ronaldo wurde diesmal der Franzose Karim Benzema (11./46. Minute) mit seinem Doppelpack zum Schrecken der Bayern, die ein weiteres Mal kurz vor dem Endspiel gegen ein Team aus Spanien scheiterten. Nach dem Schlusspfiff sanken die Bayern-Spieler völlig erschöpft und total enttäuscht zu Boden. Die mitgereisten Anhänger feierten ihr Team trotzdem für die Leistung. „Es war ein Wahnsinns-Spiel, wir haben alles investiert. Am Ende hat vielleicht das Quäntchen Glück gefehlt“, urteilte Thomas Müller.

Heynckes ersetzte in der Startformation Javi Martínez nach dessen Schädelprellung aus dem Hinspiel durch Corentin Tolisso. „Natürlich hat er einen Schlag abbekommen, aber der Trainer hat sich heute sportlich für eine andere Option entschieden“ sagte Sportdirektor Hasan Salihamidzic im ZDF. Neben Martínez fehlten den personell arg gebeutelten Münchnern auch Manuel Neuer, Arturo Vidal und Kingsley Coman sowie Arjen Robben und Jérôme Boateng, die zur Unterstützung mit nach Madrid gereist waren. David Alaba meldete sich dagegen fit.

Die Bayern erwischten einen spektakulären Start in die Partie. Nach nur drei Minuten flankte Thomas Müller von der rechten Seite, Tolisso wurde im Zentrum gestört und der Ball fiel Kimmich vor die Füße, der wie im Hinspiel für die 1:0-Führung sorgte. Vier Minuten später hatte Weltfußballer Ronaldo auf der Gegenseite seine erste nennenswerte Szene, der Ball trudelte aber am Bayern-Tor vorbei.

Der Titelverteidiger zeigte nach dem frühen Schock eine schnelle Reaktion: Marcelo konnte ungestört flanken und fand am zweiten Pfosten den sträflich freien Benzema, der zum 1:1 einköpfte. Alaba ließ dem Franzosen viel zu viel Platz. Sowohl Real als auch die Bayern wankten in der Defensive und boten dem Gegner viele Räume an. Beide Teams leisteten sich in dieser Phase eine zu hohe Fehlerquote.

Das unglaublich intensive Spiel wurde von beiden Mannschaften mit offenem Visier geführt. Weder Madrid noch den Bayern gelang es, die Partie zu beruhigen. Real ging wie auch die Bayern viel Risiko und zeigte phasenweise Wildwest-Fußball. Die Königlichen machten im Bernabeu-Stadion gegen den couragiert angreifenden deutschen Meister defensiv überhaupt keinen stabilen Eindruck.

Die größte Chance auf das zweite Tor vergab der erneut unglücklich agierende Robert Lewandowski, der an Keylor Navas scheiterte. James Rodríguez setzte den Nachschuss über das Tor. Ein gefühlvoller Schlenzer von Martínez-Ersatz Tolisso segelte kurz vor der Pause am Tor vorbei. Nachdem Marcelo den Ball im Strafraum an den Ellenbogen bekommen hatte, blieb der durchaus möglich Elfmeterpfiff aus.

Die zweite Halbzeit begann für die Bayern mit einem Schock: Nur wenige Sekunden nach Wiederanpfiff spielte Tolisso einen schlampigen Rückpass auf Bayern-Keeper Sven Ulreich, der am Ball vorbei rutschte, so dass der sehr präsente Benzema den Ball nur noch ins leere Tor einschieben musste. „Auf dem hohen Niveau darf man nicht die Fehler machen, das wird bestraft“, sagte Heynckes.

Die Bayern steckten trotz des Rückschlages nicht auf und wurden belohnt. James gestaltete das Spiel mit seinem Treffer nach gut einer Stunde wieder völlig offen. Die Real-Leihgabe traf im Nachsetzen mit dem schwächeren rechten Fuß und verzichtete wie angekündigt auf einen Torjubel. Navas rettete Real 15 Minuten vor dem Ende mit einer starken Parade gegen Tolisso, der kurz darauf ausgewechselt wurde. Heynckes brachte mit Sandro Wagner seinen letzten Offensiv-Joker.

Die Bayern versuchten nun alles, aber es fehlte das letzte Quäntchen Glück für das entscheide Tor. Navas hielt mehrmals stark gegen die leidenschaftlich kämpfenden Münchner und brachte Real so ins Finale.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Nyon. Torwart-Legende Gianluigi Buffon ist wegen seines Ausrasters im Champions-League-Viertelfinalrückspiel zwischen Juventus Turin und Real Madrid für drei Spiele gesperrt worden, teilte die Disziplinarkommission der Europäischen Fußball-Union (UEFA) mit.mehr...